Nadelstiche, Spatenstiche und ein brauner Ungeist

Kai A. Struthoff

Mit Sorge blicken wir auf die neue Eskalation im Festspielstreit zwischen Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling und Intendant Holk Freytag. Völlig ohne Not hat der Bürgermeister in dieser Woche den Intendanten öffentlich attackiert und damit neues Öl ins Feuer gegossen. Mag ja sein, dass es besser und sicher auch diplomatischer gewesen wäre, wenn Freytag seine Vorstellungen vom neuen Spielplan vorab mit Fehling und der Festspielverwaltung erörtert hätte.

Doch mit seiner per Pressemitteilung weit gestreuten Kritik am Verhalten des Intendanten schadet Fehling nun wieder dem Ruf der Bad Hersfelder Festspiele. In unserer digitalen Medienwelt verbreiten sich derartige Nachrichten rasend schnell weiter. Kopfschüttelnd fragen Kollegen von anderen Medien, was bei los ist. Normalerweise freuen wir Journalisten uns ja darüber, wenn es irgendwo ordentlich kracht.

Aber im Interesse unserer Stadt und der Festspielen fragt man sich doch: Hätten die beiden Streithähne ihre Differenzen nicht hinter geschlossenen Türen austragen können? Fehling hatte doch ohnehin angekündigt, seine Überlegungen zum neuen Festspielkonzept erst nach der Wahl vorzulegen.

Was soll das also alles? Auch wenn der Bürgermeister es bestreitet: Es hat doch alles den Anschein, als wolle er mit dieser Politik der Nadelstiche Holk Freytag vergraulen. Aber der ist stur. Wie Fehling. Kaum vorstellbar, dass es in diesem Festspiel-Drama noch ein Happy-End geben wird.

Nicht auf ein glückliches Ende, sondern auf einen glücklichen Anfang warten viele beim St.-Elisabeth-Krankenhaus. Vor fast einem Jahr wurde mit großem Bahnhof Fördergeld für den Umbau zur Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie überreicht. Eigentlich sollte die Klinik 2014 eröffnet werden – aber still ruht dort der See. Inzwischen, so hören wir, ist ein symbolischer erster Spatenstich geplant, der Ende des Monats stattfinden soll.

Offenbar gab es einige Änderungen am Konzept, ein Gebäude soll abgerissen werden, um mehr Platz für die Kinder zu schaffen – aber es geht voran. Endlich! Denn die Tagesklinik wird dringend gebraucht.

Und dann ist da noch dieser braune Ungeist, der nun schon seit Tagen durch die Medien wabert. Die NPD bekommt leider viel mehr Aufmerksamkeit, als sie verdient hat. Hoffen wir, dass die heutige Gegendemonstration den Neo-Nazis zeigt, was wir von ihnen halten. Nämlich nichts! Wir sehen uns dort – nach dem Wahlmarkt!

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