Katastrophenschutzwochenende für 200 Jugendliche von THW, DRK, DLRG und Feuerwehr

Tag und Nacht im Einsatz

Mit Taschenlampen ausgestattet stapfen die Jugendlichen über das Geröll in den Katakomben der Obersbergschule und suchen einen Vermissten. Ihre Betreuer sind immer mit dabei. Fotos: Zacharias

Bad Hersfeld. Laut dröhnt die Sirene durch die Waldhessenhalle am Obersberg. Einsatz für eine Gruppe jugendlicher Helfer. Ein Erdbeben hat eine Tiefgarage verschüttet. Dort wird noch ein Mensch vermisst.

Viel Betrieb in der Funkzentrale. Hier werden die einzelnen Gruppen alarmiert und zu den Übungseinsätzen geschickt.

200 junge Nachwuchskräfte des Technischen Hilfswerks (THW) aus ganz Deutschland, von der DRLG Bad Hersfeld, den Jugendfeuerwehren aus Philippsthal und dem Jugendrotkreuz aus dem Kreis haben ihr langes Wochenende in den Dienst des Katastrophenschutzes gestellt. Rund um die Uhr werden sie zu (Übungs-)Einsätzen gerufen. Insgesamt 28 verschiedene Szenarien haben die Organisatoren des Ortsverbands Bad Hersfeld vorbereitet: Da muss eine (Stofftier-) Katze vom Baum geholt, ein Mann, der (mit Neoprenanzug) in die Fulda gefallen ist, herausgefischt, ein Türrahmen abgestützt oder eine verletzte Person aus einem Auto gerettet werden.

Es sind realistische Einsätze, Situationen, die von den ehrenamtlichen Einsatzkräften immer wieder gemeister werden müssen, erläutert Ortsbeauftragter Axel Braun. Aber natürlich seien die Übungen auf die Möglichkeiten der Jugendlichen ausgerichtet und erforderten zum Beispiel nicht den Umgang mit schwerem Gerät.

Etwas Mut ist aber schon notwendig, um durch eine Luke in die stockfinsteren Katakomben der Obersbergschulen einzusteigen, im Licht von Handscheinwerfern über holperige Erdhügel zu klettern und nach dem Vermissten zu suchen. Gleichzeitig ist eine Gruppe des THW Rotenburg eifrig damit beschäftigt, Licht ins Dunkel zu bringen.

Katastrophenschutzwochenende des THW

In einer Ecke finden die jungen Retter den Vermissten schließlich. Er ist nicht ansprechbar. Also rufen die Jungen und Mädchen vom THW ihre Kollegen vom DRK zur Hilfe, die den Bewusstlosen erstversorgen und dann auf einer Tuchtrage in Sicherheit bringen.

Bis zu sieben Einsätze absolviert jeder Jugendliche im Laufe des Wochenendes, dazwischen bleibt Zeit zum Schlafen, Spielen, sich Kennenlernen und Spaß haben. Zum Beispiel bei einer Lagerolympiade, die die Stadtjugendpflege für die jungen Helfer organisiert.

Mobile Leitstelle

Für das Katastrophenschutzwochenende hat das THW eine ganze Menge Technik aufgefahren, unter anderem eine mobile Übungsleitstelle und eine Funkzentrale. Versorgt wurden die Jugendlichen von einer mobilen Feldküche, die ebenfalls extra für dieses Wochenende nach Bad Hersfeld gebracht wurde.

Ziel des Katastrophenschutzwochenendes ist es, so Axel Braun, zum einen, den Nachwuchskräften spielerisch zu vermitteln, was Tagesgeschäft für die Einsatzkräfte ist. Sie sollen aber auch Kontakte knüpfen und durch den Spaß an diese Wochenende motiviert und an die Hilfsorganisationen gebunden werden

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