Schüler engagieren sich beim Projekt „Frühstarter & Spätzünder - gemeinsam hundert“

Nachahmung empfohlen

Elfriede Schaffert (rechts) und Maria Zierahn (links) spielen für ihr Leben gern „Mensch ärgere dich nicht“. Doreen Nuhn (2.v.l.) und Maike Rieger (2.v.r.) stehen als Spielpartnerinnen gern zur Verfügung. Alle am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler haben mit selbst entworfenen Spielen für alle Sinne beim Schülerwettbewerb des Landkreises teilgenommen. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. Fröhliche Stimmen, Lachen und der köstliche Duft von frisch gebackenen Waffeln erfüllen an diesem Nachmittag die Räumlichkeiten des Altenzentrums Hospital. 41 Schülerinnen und 12 Schüler der Klassen 7 bis 10 der Integrierten Gesamtschule Geistal sind immer dienstags mindestens zwei Schulstunden lang vor Ort und betreuen und erfreuen im Rahmen des Projektes „Frühstarter & Spätzünder - gemeinsam hundert“ 23 Seniorinnen und vier Senioren des Hauses.

Was mit der AG Seniorenbetreuung begann, wird mit dem genannten Projekt seit Schuljahresbeginn im August 2011 fortgesetzt. Ute Junghanns, Projektmanagerin der GSG betont das „Wir-Gefühl“ im Projektmanagement, zu dem auch Heimleiter Ronald Loot gehört. Er möchte sich mit diesem Angebot in seinem Haus nicht von anderen Altenzentren abheben, sondern Keimzelle sein und wünscht sich: „Möge sich Neues entwickeln, denn dieses Projekt ist zur Nachahmung empfohlen“. Als Ansprechpartner stehen den jungen Leuten auch Pflegedirektor Helmut Heiderich und Pflegefachkraft Adriana Anders zur Seite.

Das lebendige Miteinander von Jung und Alt baut Beziehungen auf, stärkt das Gefühl, gebraucht zu werden und bereichert durch Unterhaltung, Erfahrungsaustausch und Gesellschaft. In Interessengruppen wird miteinander gekocht, gebacken, gebastelt, gelesen, gespielt oder gerätselt. Viele nutzen die gemeinsame Zeit für einen Spaziergang oder eine Spazierfahrt im Rollstuhl. Alle Aktivitäten erfolgen mit Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten der Heimbewohner, denen die Freude über die Abwechslung in ihrem Alltag anzusehen ist.

Auch Schüler profitieren

Aber auch die Schülerinnen und Schüler profitieren von den generationsübergreifenden Erfahrungen und der Möglichkeit der Berufsorientierung. Ein Beruf in der Altenpflege ist für sie kein Tabu mehr, denn schon jetzt lernen sie Alterskrankheiten kennen und werden im selbstverständlichen Umgang mit älteren Menschen geschult. Das gehört zu den Zielen des Projektes, das von dem Programm „Stärken vor Ort“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird, mit dem junge Menschen bei ihrer sozialen und beruflichen Integration unterstützt werden.

Von dieser Unterstützung kann unter anderem die Stelle der Projektkoordinatorin Selina Kurtz finanziert werden. „Ende des Jahres läuft das Projekt aus“, erklärt Sabine Ender von der Kommunalen Jugendhilfe des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, bei der als lokale Koordinierungsstelle zum Jahresende eine Bewerbung für die weitere Förderung dieses Mikroprojektes vorliegen muss.

Unterstützung gesucht

Ute Junghanns bittet schon jetzt ortsansässige Firmen um Material- und Sachspenden, damit die vielfältigen Ideen auch kreativ umgesetzt werden können. Auch weitere Koordinatoren, gern aus dem elterlichen Umfeld, sind herzlich willkommen. Kontaktaufnahme ist über das Altenzentrum Hospital oder die Gesamtschule Geistal in Bad Hersfeld möglich.

Von Gudrun Schmidl

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