Rotenburger erneut verurteilt

Drogenbesitz: 25-Jähriger auf dem  Weg nach unten

Bad Hersfeld. Er brachte schon eine Vorstrafe von einem Jahr und zwei Monaten mit, musste sich jetzt erneut für Drogenbesitz verantworten und wegen ähnlicher Vorwürfe wird ihm im August vor dem Landgericht in Fulda der Prozess gemacht werden: für einen 25 Jahre alten Arbeiter aus Rotenburg führt der Weg gerade steil nach unten.

Zwei Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe lautete am Mittwoch das Urteil des Schöffengerichts in Bad Hersfeld – die Frage der Bewährung stellte sich bei dieser Höhe nicht mehr.

Die hatte der junge Mann noch bei seiner letzten Verurteilung erhalten. Doch das neue Verfahren war im Grunde die Wiederholung des alten: wieder hatte die Polizei in der Rotenburger Wohnung des Angeklagten Betäubungsmittel gefunden, deren Wirkstoffe die Grenzwerte der nicht geringen Menge überschritten haben. Damit wurde aus dem Besitz von knapp 60 Gramm Marihuana und etwa 20 Gramm Amphetaminen ein Verbrechenstatbestand.

War der Rotenburger im früheren Prozess sogar wegen Handeltreibens belangt worden, so ließ sich dieser Anklagevorwurf jetzt nicht zweifelsfrei belegen. Zwar deuteten die sichergestellte Feinwaage und 220 Euro Bargeld „in szenetypischer Stückelung“ auf Drogenschäfte hin, doch der letzte Beweis fehlte.

Vor dem Schöffengericht hatte der Angeklagte fast nichts anzubieten, was ihm strafmildernd hätte angerechnet werden können. Den Besitz der Drogen räumte er über seinen Frankfurter Anwalt ein, äußerte sich aber nicht zur Herkunft des Rauschgifts und auch nicht zu einer eventuellen Suchtproblematik.

Im Gegenteil: Sein Rechtsbeistand versuchte, das Fehlverhalten seines Mandanten herabzuspielen. Marihuana sei eine weiche Droge, die in der Wohnung gefundene Menge im vergleich zu Frankfurter Drogenfunden lächerlich gering und die Strafandrohung durch das Gesetz überzogen. Der Verteidiger sah einen minderschweren Fall und plädierte für eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollten. Staatsanwalt Greyer hatte hingegen ein Jahr und neun Monate und aus beiden Urteilen eine Gesamstrafe von zwei Jahren und vier Monaten gefordert.

Richter Michael Krusche, Vorsitzender des Schöffengerichts, fand in der Urteilsbegründung deutliche Worte. Er hielt dem Rotenburger vor, nur vier Monate nach der ersten Wohnungsdurchsuchung erneut Rauschgift besessen zu haben. Das und die gefundene Menge sei gravierend und eben nicht „lächerlich“, machte Krusche mit Blick auf die Verteidigung deutlich.

Von Karl Schönholtz

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