Wochenendporträt: Thomas Schorr unterstützt Sportler im orthopädischen Bereich

Nach Sotschi, um zu helfen

Richtiger Sitz: Unser Bild zeigt Thomas Schorr mit seiner Auszubildenden Vanessa Wittich beim Anlegen einer Bandage. Foto: Meyer

Rotenburg. Für seine Olympiaqualifikation musste Thomas Schorr nicht raus in den Schnee, brauchte nicht zu trainieren und nicht zu schwitzen. Seine Teilnahme ist dennoch gesichert, allerdings nicht als Sportler, sondern als Orthopädietechniker.

Thomas Schorr, der in Rotenburg ein Unternehmen für technische Orthopädie leitet, ist Teil eines 20-köpfigen Teams der thüringischen Firma Bauerfeind, eines Herstellers medizinischer Hilfsmittel, das im russischen Sotschi Ärzte und Sportler unterstützen wird.

Gestern gingen die olympischen Spiele los, am kommenden Samstag fliegt auch Thomas Schorr für elf Tage nach Sotschi. In einem der drei olympischen Dörfer, dem Endurance Village, wo Langläufer und Biathleten untergebracht sind, wird Schorr eine Werkstatt leiten und Sportler aller Länder betreuen, die sich verletzt haben oder orthopädische Hilfsmittel benötigen.

Ihnen wird er im Idealfall ermöglichen, trotz eines Sturzes im Training weiter von einer Medaille träumen zu dürfen. „Die haben vier Jahre auf Olympia gewartet“, sagt Schorr.

Erfahrung mit Sportlern

Im Umgang mit Sportverletzungen hat Schorr viel Erfahrung. Der Orthopädietechniker mit Meisterbrief hat früher schon Einlagen für Langläufer der deutschen Nationalmannschaft gemacht und arbeitet für Fußballer aus Mannschaften von Eintracht Frankfurt und TSG Hoffenheim.

Die „Technische Orthopädie an der Fulda“ in Rotenburg, die Schorr leitet, besteht aus einem klassischen Sanitätshaus, einem Geschäft für Rehatechnik und einer Werkstatt für Orthopädietechnik. Krücken, Rollstühle oder Pflegebetten werden dort verkauft, Prothesen und Orthesen gefertigt, Füße mit modernster Lasertechnik vermessen und Bandagen angepasst.

Ins Team von Bauerfeind ist Schorr gekommen, weil er mit dem Hersteller schon lange zusammenarbeitet und sich bei Bauerfeind zum Sport-Orthopädietechniker hat weiterbilden lassen.

„Ich bin mächtig stolz“, sagt Schorr. Er freut sich auf die Wettbewerbe, die er sehen darf, und auf den engen Kontakt mit den Sportlern, auch dann, wenn er mit ihnen gemeinsam in der Mensa speist. „Da kommt man ja als Normalsterblicher sonst nicht hin.“

Thomas Schorr wird für die Leser unserer Zeitung aus Sotschi berichten.

Von Achim Meyer

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