Kosten für Einsätze angezweifelt

Nach Lastwagenbränden auf der A7: Versicherung fordert Belege von der Feuerwehr

Kirchheim. Die Freiwillige Feuerwehr Kirchheim streitet sich mit zwei Versicherungen. Sie ziehen die Rechnungen für Einsätze in Zweifel und fordern Belege der geleisteten Arbeit. Bürgermeister Manfred Koch schlägt Alarm: Diese zusätzliche Arbeit bedeute eine grundsätzliche Gefahr für ehrenamtliche Feuerwehrarbeit.

Die Feuerwehr Kirchheim hatte im August und Oktober 2013 Lastwagenbrände auf der Autobahn A 7 gelöscht. Einem der Lastwagenbesitzer stellte die Gemeinde nach dem mehrstündigen Einsatz für Personal, Fahrzeuge und Material 11 000 Euro in Rechnung. Die Versicherer verlangen nun, dass die Leistungen aufgeschlüsselt und belegt werden. Es sei ihre Aufgabe, öffentlich-rechtliche Ansprüche, insbesondere Feuerwehrrechnungen, zu prüfen und abzuwehren, teilte ein Versicherer der Gemeinde mit.

Bürgermeister Koch sieht den Bogen überspannt. Die Versicherer suchten nach dem Haar in der Suppe, um Zahlungen kürzen zu können. „Was soll aus unserer Gesellschaft werden, wenn solche Beispiele Schule machen“, fragt Koch das hessische Innenministerium. Er fordert, dass der Gesetzgeber der Praxis Einhalt gebieten soll.

„Es ist zwar das erste Mal, dass Forderungen der Versicherer in dieser Heftigkeit auftauchen, aber es wird ein zunehmendes Problem“, sagt Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten. Die zusätzliche Bürokratie, die während und nach einem Einsatz notwendig sei, um die Forderung nach Dokumentation zu erfüllen, sei mit einer ehrenamtlichen Feuerwehr unvereinbar.

„Das ist demotivierend für die Feuerwehrleute, die sich in ihrer Freizeit für die Allgemeinheit einsetzen“, sagt Kreissprecher Michael Adam. Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, der derzeit im Urlaub ist, werde das Thema am kommenden Wochenende auf der Feuerwehr-Dienstversammlung ansprechen.

Von Marcus Janz und Jan-Christoph Eisenberg

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