Auch RP Kassel gegen geplante Neuansiedlung in Bad Hersfeld

Nach Gutachten keine Chance für Media-Markt

Bad Hersfeld. Die Chancen für die geplante Neuansiedlung eines „Media-Marktes“ in Bad Hersfeld sind auf den Nullpunkt gesunken. Das von der Stadt auf Kosten des Investors in Auftrag gegebene Gutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) sieht kein weiteres Potenzial und prophezeit einen Verdrängungswettbewerb, weil am Hersfelder Stadtrand mit dem „expert Klein“ und „Pro Markt“ bereits zwei großflächige Elektro-Fachmärkte bestehen.

Im Stadtverordneten-Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt wurde darüber hinaus bekannt, dass auch das Regierungspräsidium in Kassel in einer Stellungnahme signalisiert hat, dass die erforderliche Änderung des Regionalplans wenig Aussicht auf Erfolg habe.

Der Ausschuss beschloss deshalb mehrheitlich, das Bauleitverfahren für den Media-Markt nicht weiter zu verfolgen. In der Diskussion wurde jedoch auch Bedauern geäußert, weil man sich von dieser Kette eine noch höhere Attraktivität der Einkaufsstadt Bad Hersfeld versprochen hat. Die endgültige Entscheidung fällt die Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag.

Alternative Pläne für das Areal der ehemaligen Autozentrale in der Konrad-Zuse-Straße sind nicht bekannt.

Das Ergebnis des GMA-Gutachtens bestätigt auch die Sichtweise des Einzelhandelsverbandes Hessen-Nord. Dessen stellvertretender Vorsitzender Martin Knauff (Bad Hersfeld), der für die Regionalplanung in der Region zuständig ist, erklärte auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir haben dieses Vorhaben schon immer abgelehnt und nach dem Gutachten erst recht.“

Weil sich ein dritter großer Markt laut GMA 20 Prozent seines Umsatzes aus der Innenstadt, aber 40 Prozent von den beiden unmittelbaren Mitbewerbern holen würde, meinte Knauff: „Da nähme man sehenden Auges in Kauf, dass einer von denen stirbt.“ zum tage hintergrund

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