Etwa 130 Frauen kamen zur Vorbereitung des Weltgebetstages in die Martinskirche

Ruf nach Gerechtigkeit

Aufwendig dekorierte Infotische über das Leben in Malaysia zogen viele Blicke auf sich. Die Organisatorinnen der Studientage in Hersfeld, Doris Weiland und Renate Ehmer von der Landeskirche sowie Pfarrerin Janina Richter (von rechts) gaben ihr Wissen weiter. Foto: Hettenhausen

Bad Hersfeld. Über 200 unterschiedliche Formen des Lachens gebe es in Malaysia, erzählen dessen Bewohner gerne den Touristen. Eine Form des Lachens probierten die Teilnehmerinnen aus, die anlässlich eines Studientages zur Vorbereitung des Weltgebetstages Anfang März in die Martinskirche gekommen waren.

Sie sollten sich in drei malaysischen Varianten mit „Selamat Datang“, was „Willkommen und Frieden“ heißt, begrüßen. Zunächst verneigte man sich, die Hände betend gefaltet, zum Nachbarn. Noch freundschaftlicher ging es zu, als man beim Handschlag die Hände des anderen umschlang, dann seine eigenen Hände betend zum Herzen führte. Am ungewöhnlichsten und deshalb die Lacher hervorrufend war die Begrüßung chinesischer Geschäftsleute. Man schüttelte sich an den gegenseitig umfassten Unterarmen und nickte dabei eifrig mit dem Kopf.

„Die jährlichen Weltgebetstage sind feste Institutionen bei den Kirchengemeinden und Kirchspielen geworden. Sie erfreuen sich stets einer großen Beliebtheit“, berichtete eine der Organisatorinnen des Studientages, Janina Richter, Pfarrerin in Beenhausen mit dem Zusatzauftrag für Frauenarbeit im Kirchenkreis Rotenburg.

Sanftmut und Seelenstärke

Für den diesjährigen Weltgebetstag am zweiten März haben Frauen aus Malaysia eine Gottesdienstordnung mit dem Motto „Steht auf für Gerechtigkeit“ erarbeitet. Sie erzählen darin, wie sie mit Sanftmut und Seelenstärke für Recht kämpfen und sich durchsetzen. Um diese Ideen den Vertreterinnen der heimischen Kirchen vorzustellen, bietet die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mehrere Studientage an.

Es wurde gelacht, gebetet, gesungen und gemeinsam gegessen. Mit Janina Richter hatten Doris Weiland von der Landeskirche und die ehrenamtliche Referentin Renate Ehmer ein straffes, aber umfassendes Programm über Malaysia organisiert.

Für die arabische Welt ist das Land ein beliebtes Urlaubsziel, für die Europäer ist es eher fremd. Infotische über die verschiedenen Ethnien, die Religionen, Musikinstrumente und das Essen gaben Aufschluss über das Leben in Malaysia. Einen sehr informativen und gut vorbereiteten Vortrag hielt Ehmer über Land und Leute. Besonders die schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen der Hausangestellten wurden erörtert. Irene Lochner übte mit den Teilnehmerinnen Lieder und Tänze aus der empfohlenen Gottesdienstordnung ein. Auch dieser Programmpunkt machte allen sehr viel Spaß.

Buntes, Brauchbares und Essbares aus Malaysia und anderen fernöstlichen Ländern präsentierte der „Weltladen“ mit Heide Schumann-Held an einem langen Verkaufstisch.

Viele Anregungen

„Der von uns vorbereitete Gottesdienst soll bewegen und dazu anstoßen, für Gerechtigkeit aufzustehen. Wer ihn mitfeiert, wird nicht unbeteiligt bleiben“, ist Janina Richter überzeugt. Mit vielen Anregungen für eigene Planungen verließen die Frauen die Martinskirche. Hier wird der Gottesdienst am Freitag, 2. März, ab 19 Uhr gefeiert.

Von Vera Hettenhausen

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