Im zweiten Anlauf ein Programm für die Bad Hersfelder Festspiele

Nach dem Eklat jetzt Vertrauen zu Wedel

Bad Hersfeld. Im zweiten Anlauf hat’s geklappt: Nachdem die Vorstellung des Spielplans für die Bad Hersfelder Festspiele 2016 vor zwei Wochen noch im Eklat an Unstimmigkeiten über die Finanzierung gescheitert war (unsere Zeitung berichtete), konnte Intendant Dieter Wedel gestern sein Programm nun ungestört von politischem Zwist präsentieren.

Arthur Millers „Hexenjagd“, das Familienstück „Krabat“ und das Musical „My Fair Lady“ werden als Neuinszenierungen in der Stiftsruine gezigt, dazu „Cabaret“ als Wiederaufnahme. Der Vorverkauf beginnt am 25. November.

Im Mittelpunkt der Pressekonferenz in der Bad Hersfelder Sparkassen-Hauptstelle standen jedoch die Nachwirkungen der „faktischen Haushaltssperre“, die ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zum Defizit 2015 herbeigeführt hatte. Dieser hatte den Festspielen vor zwei Wochen über Nacht ein akutes Liquiditäts-Problem beschert.

Gastgeber und Sparkassen-Vorstand Reinhard Faulstich bezeichnete dies als „kleinbürgerliches Schmierentheater“. Auch der Intendant sah die „politische Kultur beschädigt“ und zeigte sich überzeugt, dass „das den Hersfelder Bürgern zum Hals heraushängt“.

Die Tage seit der geplatzten Spielplan-Vorstellung wurden jedoch laut Bürgermeister Thomas Fehling zu „konstruktiven Gesprächen“ mit allen Parlamentsfraktionen genutzt. Dabei konnte „manches ausgeräumt werden“, teilte Fehling mit, darunter auch der angeblich nie erhobene Vorwurf der „Trickserei“.

Dieter Wedel berichtete ebenfalls, dass ihm mittlerweile Vertreter aller Parteien das Vertrauen ausgesprochen hätten.

Und selbst gegenüber dem Arbeitskreis für Musik – bisher Veranstalter der „Oper in der Stiftsruine“ –, zeigte er sich versöhnlich: Den Chören stehe ein Mitwirken 2016 offen.  

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