Arne Seffers ist Manager eines Fünf-Sterne-Hotels auf Grand Cayman

Nach der Arbeit: Abtauchen

Auf den Spuren von Fischen und Korallen: Arne Seffers hat auf Grand Cayman seine Leidenschaft fürs Tauchen entdeckt. Fotos: privat

Bad Hersfeld / Karibik. Wenn Arne Seffers morgens zur Arbeit fährt, sorgt er schon Mal für Gelächter bei den Einheimischen auf der karibischen Insel Grand Cayman. Im schwarzen Anzug samt ordentlich gebundener Krawatte setzt er als Hotelmanager seinen Fuß nämlich nicht in einen Sportwagen, sondern auf ein großes Skateboard, um an seinen Arbeitsplatz zu rollen. Und bis zum Hotel Ritz-Carlton Grand Cayman folgen ihm nicht nur die Köpfe der Leute, sondern auch die von Leguanen, Reiern und Landkrebsen, die am Wegesrand hocken.

Das Fünf-Sterne-Hotel Ritz-Carlton hat einen eigenen Manager für Speisen und Getränke: Arne Seffers. Der 28-jährige arbeitet seit acht Monaten dort, vorher hat er mehrere Jahre Erfahrungen in den USA gesammelt. Nämlich als Nachtmanager im St.Regis-Hotel im Nobel-Skigebiet Aspen und im kalifornischen Fort Lauderdale. Angefangen hat seine Laufbahn in Hessen als Hotelkaufmann im Sheraton Hotel Frankfurt.

Und als der Chef den Hersfelder 2005 in sein Büro gerufen und ihn gefragt hat, ob er in Aspen arbeiten wolle, antwortet Seffers: „Sicher. Wo liegt Aspen?“ Heute lachte er darüber, denn die Vorzüge hat er kennen gelernt: „Ich konnte jeden Tag Skifahren, weil der Skipass vom Hotel gestellt wurde und ich nachts gearbeitet habe“, sagt Seffers. Auch wenn ihn die Schwarzbären dort im Garten und die Kolibris auf dem Balkon beeindruckt haben, hat er sich manchmal nach Deutschland zurück gesehnt.

In den USA ist der Arbeitsstil nämlich doch ein anderer: „Da habe ich mir manchmal gewünscht, wie in Deutschland einfach Mal auf den Tisch hauen zu können und Dinge zu entscheiden, ohne zu 500 Leuten rennen zu müssen, um die Genehmigung zu erhalten“, sagt der 28-Jährige. Schwieriger als das sei jedoch die weltweite Rezession für die Nobel-Hotellerie gewesen. „Es wurde nicht einfacher in Aspen. Ich wäre gerne länger geblieben, aber es ging nicht. Und jetzt bin ich sehr glücklich auf Grand Cayman.“ Schließlich kann er hier mit Rochen schwimmen statt schlotternd im Schnee zu stehen.

Leidenschaftlicher Sammler

Gut war auch, dass er dort einen Schatz für seine Sammlung gefunden hat, die auch Leidenschaft ist. Der Hersfelder liebt wertvolle Autos und Motorräder und deshalb hat er eine Harley Davidson Softail in Fort Lauderdale erstanden. Und nicht nur die. „Einen 1959 Mercedes Ponton 220s habe ich als Scheunenfund nach Deutschland verschifft. Den hat jetzt mein Vater zu seinem Hobby gemacht“, sagt Seffers.

Trotz einer Arbeitsumgebung, die bestens auf jede Postkarte eines Traumziels passt, denkt Arne Seffers von Zeit zu Zeit wehmütig an Waldhessen. Dann hilft es, wenn er sich mit seinen Eltern und Großeltern per Videotelefonie (Skype) unterhält. „Meinen Großeltern habe ich zu einem Laptop verholfen, da ich ihnen erklären musste, dass sie keine Postkarten und Briefe von mir erhalten würden. Jetzt freuen sie sich über jedes digitale Bild, dass ich ihnen schicke“, sagt er. Und er selbst findet es großartig, wenn er vor seinem Computer sitzt und seinen 86-jährigen Opa mit seiner 79-jährigen Oma sehen kann, während er mit ihnen redet. „Das hilft.“

Von Judith Strecker

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