Boehmer-Nachfolge bei Geschäftsführung von SEG und Wirtschaftsbetrieben

Seitz: Fehling muss jetzt ran

Bad Hersfeld. Nach dem angekündigten Rücktritt von Alt-Bürgermeister Hartmut H. Boehmer als Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft SEG und der städtischen Wirtschaftsbetriebe hat der Erste Stadtrat Lothar Seitz (SPD) jetzt Boehmers Nachfolger Thomas Fehling (FDP) aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen.

Als Stadtoberhaupt käme der neue Bürgermeister nicht umhin, als Geschäftsführer in beiden städtischen Gesellschaften in die Fußstapfen des alten zu treten, heißt es in einer Presseerklärung von Seitz, der während der Vakanzzeit Chef im Hersfelder Rathaus war. Gleichzeitig bietet der Erste Stadtrat, der Vorsitzender des Aufsichtsrates in beiden Gesellschaften ist, Fehling die „Zusammenarbeit zum Wohle der Stadt“ an.

Wertschätzung fehlt

Ex-Bürgermeister Boehmer (69), der SEG und Wirtschaftsbetriebe auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt geleitet hatte, war zuletzt in die Kritik geraten, weil er wegen des hohen Arbeitsaufwands eine Anhebung seiner Aufwandsentschädigung gefordert und erhalten hatte. In der darauf folgenden öffentlichen Diskussion glaubte Boehmer eine mangelnde Wertschätzung seiner Arbeit erkannt zu haben und kündigte deshalb seinen Rücktritt zum Ende dieses Monats an.

„Ab dem 1. Februar 2011 muss ein Geschäftsführer an der Spitze der Wirtschaftsbetrieb GmbH stehen,“ erklärte Lothar Seitz, ansonsten sei für die Stadt großer Schaden zu befürchten. Es müsste nämlich vom Amtsgericht ein „Notgeschäftsführer“ eingestellt werden, der die laufenden Geschäfte fortführt und dessen Honorar erhebliche Kosten verursachen würde, führte der Erste Stadtrat weiter aus.

Lothar Seitz

Noch schlimmer wäre allerdings seiner Ansicht nach der damit verbundene Imageschaden für die Stadt Bad Hersfeld. Außerdem wären auch die rechtzeitige Fertigstellung des Schildeparks und damit die öffentlichen Zuschüsse für das 30 Millionen-Euro-Projekt gefährdet, argumentierte Lothar Seitz abschließend.

Fehling schweigt weiter

Bürgermeister Thomas Fehling hatte sich mit einer von unserer Zeitung angefragten Stellungnahme bereits mehrfach vertagt, ehe er gestern über sein Vorzimmer mitteilen ließ, sich erst in der kommenden Woche äußern zu wollen.

Von Karl Schönholtz

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