Bei den Opernfestspielen sind in vielen Szenen Nachwuchs-Balletttänzerinnen dabei

Nabuccos Jungfrauen

Die Furien aus der Feuer- und Wasserprobe der Zauberflöte: Michèle Meckbachs (ganz hinten mit dunkelrotem Schleier) Ballettschülerinnen tanzen bei den Opernfestspielen mit. Foto: Broy

Bad Hersfeld. Bei Nabucco spielen sie die Jungfrauen. In der Zauberflöte sind sie als Schlangen, Löwen und Katzen verkleidet und für die Feuer- und Wasserprobe verwandeln sie sich in Furien: Die Ballettschülerinnen von Michèle Meckbach tanzen bei den Opernfestspielen mit.

„Ich liebe das Tanzen, deshalb bin ich dabei“, erzählt Elena Volke. Für ihre Kollegin Carolin Bodes ist es ein „großartiges Erlebnis“ auf der Bühne der Stiftsruine zu stehen. Zwischen elf und 26 Jahren sind die 22 Nachwuchstänzerinnen alt.

Ehrenamtliche Arbeit

Nach den Vorgaben des jeweiligen Regisseurs erarbeitet Michèle Meckbach in ihrer Ballettschule die Vorchoreographie: „Ich überlege mir, welche meiner Schülerinnen ich in welchen Szenen gerne dabei hätte. Kurz vor den Sommerferien gehen die Proben in der Ruine los und die Choreographie wird vor Ort nochmal an die Wünsche des Regisseurs angepasst“, erklärt sie.

Zweimal täglich

Aber nicht nur Meckbach und die Nachwuchstänzerinnen müssen Einsatz bringen, auch die Eltern: „Für die Auftritte gibt es kein Geld. Ein großes Dankeschön dafür, dass sie die Mädchen trotzdem zu Proben und Auftritten bringen. In den Ferien oft sogar zweimal täglich“, sagt Meckbach.

Die 26-Jährige ist großer Opernfan und tanzt selbst mit: „Der Applaus geht durch bis ins Mark. Und das Strahlen der Mädchen ist die schönste Belohnung.“

Knallharter Job

Die Ruine als Startrampe für eine Profi-Karriere als Operntänzerin nutzen, möchte aber niemand. In diesem „knallharten“ Job genug Geld zu verdienen, sei zu schwer.

Von Sonja Broy

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