Der Nabel der Welt

Liebe Leserinnen und Leser der Hersfelder Zeitung, es gibt Orte auf der Erde die man guten Gewissens als „Nabel der Welt“ bezeichnen kann. Manchmal drehen sich die Erde und die Aufmerksamkeit auch um das eine oder andere Wartburgkreisörtchen. Bad Liebenstein ist immer ein interessanter Kandidat. Gleich zweimal hat man sich dort in dem Ort um den Titel Weltkulturerbe beworben: Eine Arbeitsgruppe hat eine Bewerbung für den jeden Heiligabend auf dem Antoniusberg stattfindenden Fackelbrand eingereicht. Bis ins achte Jahrhundert soll das Ritual zurückreichen, das regelmäßig am Abend des 24. Dezember bis zu 5000 Zuschauer anzieht. Außerdem hat Bad Liebenstein als Fröbelort zusammen mit drei weiteren Thüringer Fröbelorten einen gemeinsamen Weltkulturerbe-Antrag gestellt. Man will den Fröbelschen Kindergarten in den Rang des immateriellen Weltkulturerbes erheben.

Ohne es zu wollen hat sich das kleine Rhön-Örtchen Glattbach in dieser Woche zum „Nabel der Welt“ gemausert. Um den „Knotenpunkt Glattbach“ sicherer zu gestalten werden 750 000 Euro in ein bis Juli 2014 dauerndes Bauprojekt gesteckt. Bäume werden gefällt, die Bundesstraße tiefergelegt und, und, und. Bei den Einwohnern des Örtchens sorgt das eher für Kopfschütteln und Spott: „Andere Orte warten seit Jahren auf eine Umgehungsstraße, aber in Glattbach wird eine Umgehungsstraße gebaut.“

Doch der „Nabel der Welt“ sind nicht irgendwelche Orte. Das weiß die Gemeinde Tiefenort. Die Kommune kümmert sich in einem geplanten Projekt um die, die wirklich wichtig sind: den Nachwuchs. Vorausgesetzt, die Eltern stimmen zu, wollen die Erzieherinnen des Kindergartens „Villa Kunterbunt“ ab April mit vier Gruppen drei Wochen lang Natur und Wald spielerisch entdecken. Entdecken und spielerisch lernen - um auf Bad Liebenstein zurückzukommen - das ist doch ganz im Sinne Friedrich Fröbels. peggy.machoi@stz-online.de

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