Ausschüsse tagten mit Museumsdirektor und Architekten – keine Empfehlung

Muzkkka: Trend für den Anbau

Rotenburg. Den Rücktritt vom Rücktritt hat er nicht erklärt: Prof. Dr. Walther Keim ließ sich auch in der gemeinsamen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses und des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag nicht zu einer klaren Aussage über seine Zukunft als Muzkkka-Direktor verleiten. Das hatten jedoch UBR-Fraktionsvorsitzender Hartmut Grünewald und CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Grunwald gefordert.

Stattdessen erinnerte Prof. Keim an bereits Erreichtes – zum Beispiel an Ausstellungen renommierter Künstler, die verbunden sind mit Workshops, also einem außerschulischen Lernort – und stellte seine Ideen für das Muzkkka vor. Ein personelles und finanzielles Konzept, wie es die UBR gefordert hat und nach dem Peter Müller (CDU) noch einmal fragte, war allerdings nicht dabei. Immerhin: Kostenpläne zu entwickeln, ist im Plan enthalten, den Prof. Keim unter dem Stichwort „2. Phase“ in seinem Perspektiv-Papier nannte.

Schwerpunkt des Muzkkkas sollten demnach politische Karikaturen im deutschsprachigen Raum sein, schon deshalb, weil nur wenige Museen einen ähnlichen Schwerpunkt hätten. Eine zentrale Rolle könne die Sammlung und Archivierung ostdeutscher Karikaturen einnehmen, da diese eine wichtige zeitgeschichtliche Quelle darstellten und in das Bildungs- und sogar Forschungskonzept des Museums passten.

„Mehr als Gold“

Auch die Berücksichtigung nordhessischer Künstler passe in dieses Konzept. Prof. Keim wies außerdem auf das ihm vorliegende Angebot hin, die Zeichnungen von Karikaturist Horst Haitzinger in die Muzkkka-Sammlung aufzunehmen und zu betreuen. Er könne auf 40 Jahre alte gute Verbindungen zu Künstlern zurückgreifen, erklärte er weiter und prophezeite, das Archiv des Muzkkka werde „im Wert mehr steigen als Gold“.

Die Ausschussmitglieder vernahmen das alles mit Wohlwollen und hakten interessiert nach. Die Stimmung der Mehrheit wies klar in Richtung „Muzkkka erhalten“ oder, wie Christian Grunwald sagte: „Über den Punkt ‘Wollen wir das Muzkkka oder nicht’ sind wir weit hinaus.“ Seine Fraktionskollegin Dr. Edith-Therese Rangkuty ging noch weiter und erklärte: „Der Antrag der UBR soll nicht zum Tragen kommen.“

Und für die SPD, die sich ohnehin klar positioniert hatte, bekräftigte Wilfried Pfister: „Wir favorisieren den Katzen-Anbau.“ Der Erhalt des Muzkkka habe oberste Priorität. Auf Antrag der SPD gaben die Ausschüsse keine Empfehlung für die Stadtverordnetenversammlung ab.

Von Silke Schäfer-Marg

Kommentare