Internet-Reaktionen unserer Leser auf den Rücktritt von Professor Keim

Muzkkka kein Spielball

Rotenburg oder Totenburg? Das Wortspiel wurde von Internet-Nutzern oft gebraucht. Auch Karikaturist Christian Peters hat es mit spitzer Feder umgesetzt.

Rotenburg. Die jüngsten Entwicklungen um das Rotenburger Museum für zeitgenössische Kunst, Kultur und Karikatur (Muzkkka) haben eine rege Debatte unserer Leser im Internet ausgelöst. Museumsdirektor Dr. Walther Keim hatte am Freitag seinen Rücktritt erklärt, weil er aufgrund der öffentlichen Debatte um die Zukunft des Muzkkka und persönliche Angriffe auf ihn selbst in diesem Zusammenhang keine Möglichkeit sieht, „das Museum mit Mut, Ruhe und Frieden in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.“

Im Folgenden zeigen wir einen Querschnitt der Lesermeinungen. Insgesamt gibt es allein zum Artikel über Keims Rücktritt über 30 Beiträge. Aber auch die früheren Artikel zum Muzkkka wurden im Internet kommentiert. Dort ist es üblich, Beiträge unter einem Pseudonym zu verfassen. So meint ExRofler: Welch’ ein armseliger arroganter Haufen Kulturbanausen, Egoisten, Selbstdarsteller und Zweifler bringen diese Stadt um eine solche kulturelle Bereicherung, die sich andere Städte nur wünschen würden. Ich kann Herrn Prof. Keim nur zurufen: „Bleiben Sie bitte und begleiten Sie das Muzkkka auf dem weiteren steinigen Weg in eine gesicherte Zukunft“.

Mündigerbürger schreibt: „...Wir waren gerade dabei uns aus dem Schatten des Kannibalen zu befreien. Herr Grünewald, Sie haben es zunichte gemacht. Entschuldigen Sie sich offiziell für Ihre Verbalentgleisungen am Donnerstagabend oder ziehen Sie die Konsequenzen aus der Affäre und treten Sie umgehend von allen Mandaten zurück...“ Dem entgegnet Mutter: „Pustekuchen, nix Entschuldigung. Herr Grünewald hat nur Fakten und unbequeme Wahrheiten genannt und Fragen gestellt, die immer noch nicht beantwortet sind. Die selben Fragen wurden bereits vor zwei Jahren im Parlament gestellt und mit Ignoranz und Arroganz abgewimmelt, beziehungsweise nicht beantwortet...“

Ironymus: ...„Man kann über den Finanzbedarf und die Örtlichkeit streiten, aber sicherlich nicht über die Integrität eines kunstsinnigen, langgedienten Bundestags-Beamten und Ministeriumssprechers...Man kann Kultur nicht so bewirtschaften wie einen Müll-Abholzweckverband, ansonsten ist das Ergebnis schlicht Müll. Im übrigen ist das Muzkkka zu wertvoll, um lediglich zum Spielball derer zu werden, die im frisch erworbenen Machtrausch ein Exempel statuieren wollen (das sind gottlob nicht alle)...“

Beobachter: ...Kultur ist etwas sehr Schönes - aber eine Stadt, die nicht nur fast, sondern ganz real pleite ist, kann nun mal nicht den Kunstmäzen geben. Niemand derer, die hier jammern, ist daran gehindert, einen eigenen finanziellen Beitrag zum Muzkkka zu leisten - wenn dieses aus eigener finanzieller Kraft den Anbau stemmen kann - bitte, da gibt es keine Einwände!“

Elli: ... Die SPD ist immer noch stärkste Fraktion. Nur weil UBR und CDU zusammengehen, werden solche unsinnigen Beschlüsse gefasst. Ich glaube nicht, dass die Rotenburger dies wollten. Mit Sicherheit nicht. Keine Alternativen, nur gegen alles sein, was ist das für eine Zukunft für Rotenburg?“ (sis) Artikel und Kommentare zum Muzkkka auf der Internetseite unserer Zeitung.

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