Letzter SPD-Rettungsversuch im Stadtparlament ist gescheitert

Im Muzkkka gehen die Lichter aus

Rotenburg. Auch die Demonstranten vor dem Rotenburger Rathaus am Donnerstag konnten es nicht mehr verhindern: Das Ende des 2009 gegründeten Rotenburger Museums für zeitgenössische Kunst, Kultur und Karikatur (Muzkkka) ist besiegelt.

Der letzte Rettungsversuch der SPD-Fraktion, ein Dringlichkeitsantrag, mit dem der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Juni aufgehoben werden sollte, wurde in seiner Dringlichkeit von der CDU/UBR-Mehrheit nicht anerkannt. Der Antrag kam nicht auf die Tagesordnung. Nun soll er im November behandelt werden, de facto zu spät für einen neuen Beschluss: Der An- und Umbau des Museums könnte nicht mehr rechtzeitig in Angriff genommen werden. Um von EU und Land gefördert zu werden, müsste das Bauprojekt Ende 2012 nicht nur abgeschlossen, sondern auch komplett abgerechnet sein.

Im Juni hatte die Stadtverordnetenversammlung nach einem Verhandlungsmarathon einstimmig beschlossen, an das Museum einen kleinen Zweckbau mit behindertengerechtem Zugang, Foyer, Kasse und Garderobe sowie Aufzug anzubauen und das historische Gebäude zu renovieren. Eine Bedingung war, dass Museumsdirektor und Gründer Professor Dr. Walther Keim sein Amt über September 2011 hinaus ausüben würde. Außerdem sollte der Muzkkka-Förderverein ein tragfähiges Finanzierungskonzept vorlegen.

Dr. Keim hatte abgelehnt, weil er in dem Zweckbau keine Möglichkeit sah, sein inhaltliches Konzept zu realisieren. Das war auf einen bereits früher geplanten und schon genehmigten größeren Anbau in stilisierter Form einer Katze ausgerichtet. Nach der Kommunalwahl, unter veränderten Mehrheitsverhältnissen in der Stadt, wurde der Katzen-Anbau gekippt.

CDU und UBR hatten keine neuen Entwicklungen erkannt, die einen Dringlichkeitsantrag zuließen. Seite 2

Von Silke Schäfer-Marg

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