Vier Bad Hersfelder Erfolgsfrauen wünschen sich zu ihrem Ehrentag vor allem Ideelles

Zum Muttertag mehr Zeit

Elke

Bad Hersfeld. Der Muttertag kommt in die Jahre: Bereits zum 90. Mal werden Mütter morgen von ihren kleinen, großen und erwachsenen Kindern mit Blumen und Präsenten überrascht. Verstaubt und altmodisch sei der Brauch, urteilen da manche. Fest steht aber auch: Der zweite Sonntag im Mai lenkt den Blick auf die tägliche Arbeit der Mütter, die bei aller Bereicherung vor allem eines ist: Stressig. Grund genug für unsere Zeitung, sich einmal bei bekannten Bad Hersfelder Müttern nach Gedanken und Wünschen zu ihrem Ehrentag zu erkundigen.

„Es sind immer die Mütter, die Job, Haushalt und Kinder unter einen Hut bringen müssen und damit nicht selten überfordert sind“, sagt die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, selbst Mutter von zwei Söhnen. Als Frau, Mutter und Politikerin wünsche sie sich daher vor allem mehr Zeit, Anerkennung, Wertschätzung oder kleine Aufmerksamkeiten. Das könnten „ein kleiner Ausflug, ein Candlelight-Dinner, eine Theaterkarte oder auch ein ausführliches Telefonat“ sein.

Ute Boersch, Leiterin des Frauenbüros des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, fordert mehr gesellschaftliche Anerkennung für den Knochenjob Mutter: „Frauen sollten endlich ohne schlechtes Gewissen Kind und Karriere unter einen Hut bringen dürfen“. Mütter müssten stärker als Frauen mit eigenen Bedürfnissen wahrgenommen werden. „Ich wünsche mir, dass wir Mütter im Alltagsstress mehr Zeit finden, unsere Kinder auch zu genießen.“

Ganz traditionell hingegen begeht Birgit Lassner den Muttertag. „Als Kind habe ich meiner Mutter den Frühstückstisch gedeckt und ihr selbstgepflückte Blumen geschenkt“, sagt die Bad Hersfelder Textilunternehmerin. „Das wünsche ich mir heute auch von meinen beiden eigenen Söhnen - gekaufte Geschenke finde ich einfallslos.“

Deutlich kritischer äußert sich Pröpstin Sabine Kropf-Brandau. „Mein Verhältnis zum Muttertag ist zwiegespalten, weil dieser Tag während des Nazi-Regimes so stark glorifiziert wurde“, sagt die dreifache Mutter. „Früher habe ich mich über Selbstgebasteltes von meinen Kindern gefreut, aber heute hat der Muttertag für mich stark an Bedeutung verloren.“

Von Emily Spanel

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