Wochenendporträt: Daniela Schönberg hat ihr Debüt in der „Komödie der Irrungen“

Mutter und Schauspielerin

Ein einfacher Griff: Daniela Schönberg mit ihren beiden Leidenschaften, dem Kochen und der Schauspielerei. Foto: Geier

Bad Hersfeld. Barfuß flitzt sie von der glänzend weißen Küche in das helle Wohnzimmer. Setzt sich auf das weiße Ledersofa, nur um im nächsten Moment wieder aufzuspringen. „Ich bin ein richtiges Energiebündel“, erzählt Daniela Schönberg lachend. Irgendetwas an ihr ist immer in Bewegung. Mal gestikuliert sie mit den Händen, dann bewegen sich die Füße. Still sitzen kann sie nicht. Daniela Schönberg hat viel Energie. Diese steckt die 38-jährige Mutter bei den Bad Hersfelder Festspielen in ihre kleine Rolle in der „Komödie der Irrungen“.

Es war schon immer ihr größter Traum Schauspielerin zu werden. Mit 37 Jahren verwirklichte sie ihn. Vor eineinhalb Jahren begann sie mit ihrem Schauspielstudium in Kassel. „Meine Familie ist das Großartigste, was ich in meinem Leben erreicht habe“, berichtet die 38-Jährige. Sie steckte sich ein neues Ziel. Die Schauspielerei. Jetzt nach eineinhalb Jahren ist sie bereits ein kleines Glied der Hersfelder Festspiele. Sie ist dankbar, dass Intendant Dieter Wedel ihr die Chance gab und die dreifachen Mutter als Kleindarstellerin engagierte. Daniela Schönberg ist eine der Marktfrauen.

Rumänische Wurzeln

Sie verliebte sich in die Schauspielerei mit ihrer ersten Rolle: In einer Schulproduktion in Rumänien stand sie als Zweitklässlerin auf der Bühne. „Ich liebte den Tanz, das Singen und in eine andere Haut zu schlüpfen“, erinnert sie sich. Schauspielerei war für sie aber nur eine Träumerei und so entschied sie sich für etwas Bodenständiges.

Erst im vergangenen Jahr gestand sie ihrem Ehemann ihren Traum. Zusammen setzten die beiden alle Hebel in Bewegung, um ihn zu erfüllen.

„Ich war schon immer eine Kämpferin“, gesteht die dreifache Mutter. So kämpfte sie auch um ihre Aufnahme zum Studium. Ihr Traum hätte schon enden können, bevor er überhaupt begonnen hat,

„Ich habe schnell gemerkt, dass die Schauspielerei ein wichtiger Teil von mir ist.“

Daniela Schönberg

denn die Schauspielschule hat eine Altersbeschränkung von 30 Jahren. „Ich habe dem Direktor gesagt: ,Ich werde Schauspielerin, wenn nicht hier dann woanders’.“ Das zeigte Wirkung und im vergangenen September nahm sie ihr Studium auf.

Meistert den Alltag

Zusammen mit Tagesmutter und Ehemann meistert sie jetzt ihren Alltag. Bis zum frühen Nachmittag an der Schauspielschule und danach verbringt sie ihre Zeit mit den Kindern. „Es kommt nicht darauf an, wie viel Zeit man für seine Kinder hat, sondern auf die Qualität“, erklärt sie. Wenn sie von der Schule nach Hause kommt, spielt sie mit ihren Kindern oder inszeniert kleine Theaterstücke mit ihnen. Am Abend, wenn die Kinder im Bett liegen, lernt sie dann für ihr Studium. „Ich habe schnell gemerkt, dass die Schauspielerei ein wichtiger Teil von mir ist“, erzählt Schönberg. Diesen Teil will sie jetzt anderen zeigen.

Bis zum 2. August steht Daniela Schönberg wieder auf der Bühne in der Stiftsruine. Sie darf sogar etwas sagen und begrüßt von Christian Schmidt dargestellten Charakter: „Einen schönen Tag, Antipholus.“ Für die Vorstellungen von Montag bis Donnerstag sind noch Karten verfügbar.

Von Christiane Geier

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