Mutter und Kind als Team

Stillen ihre Kinder: Nadine Leimbach mit Baby Milena-Luisa (links) und Manuela Theune mit ihrer Tochter Tamara. Beide Frauen kommen aus Bebra und haben im Klinikum Bad Hersfeld ihren Nachwuchs zur Welt gebracht. Foto: Maaz

Stillen schützt vor Allergien, stärkt die Mutter-Kind-Bindung und spart Geld.

? Warum sollten Mütter ihre Kinder stillen?

! Muttermilch enthält alle Nährstoffe, die für die gesunde Entwicklung des Babys nötig sind. Sie bietet Schutz vor Allergien oder anderen Krankheiten. Sie passt sich dem Bedarf des Kindes an und ist immer verfügbar, wohl temperiert und schmeckt gut. Stillen regt alle Sinne des Kindes an und wirkt sich positiv auf die Mutter-Kind-Bindung aus.

Noch dazu spart es Geld und ist praktisch. Mütter, die stillen, müssen nicht überlegen, wo sie unterwegs die Milch erwärmen können. Außerdem hat das Stillen auch viele positive Auswirkungen auf die Mutter, zum Beispiel bei der Rückbildung der Gebärmutter.

? Wann dürfen Mütter nicht stillen, welche Einschränkungen gibt es?

! Es gibt nur wenige Einschränkungen. Zum Beispiel wenn bestimmte Medikamente eingenommen werden müssen oder nach Brust-OPs, wenn die Milchgänge zerschnitten sind. Informationen rund um das Stillen erhalten Mütter bei ihrer Hebamme oder speziell ausgebildeten Still- und Laktationsberaterinnen, wie es sie auch am Klinikum Bad Hersfeld gibt.

? Wie lange sollten Kinder gestillt werden?

! Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, Babys bis zum sechsten Monat voll zu stillen. Mit Beikost können Mütter ihre Kinder bis zum Ende des zweiten Lebensjahres stillen und darüber hinaus, so lange es Mutter und Kind wollen. Stillen geht nur im Team. In Deutschland wird allerdings nur selten so lange gestillt.

? Wie oft muss gestillt werden, und woher weiß die Mutter, wann das Kind genug getrunken hat?

! Gestillt wird nach Bedarf, das heißt, wenn das Kind signalisiert, dass es Hunger oder Durst hat. Das kann zum Beispiel im Sommer öfter sein als im Winter. Eltern müssen lernen, die Signale ihres Kindes zu deuten. Manche melden sich zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit schon wieder, andere erst nach vier Stunden. Bei Frühgeborenen und kranken Neugeborenen ist es jedoch manchmal nötig, die abgepumpte Milch über eine Magensonde zu geben.

? Welche Probleme können auftreten, was ist etwa bei einem Milchstau zu tun?

! Wenn das Kind falsch angelegt wird, kommt es rasch zu schmerzenden Brustwarzen. Ein typisches Problem ist auch der Milchstau. Dagegen ist das Kind die beste Therapie. Je nachdem wo sich der Stau befindet, sollte das Kind in einer bestimmten Position angelegt werden, auch ausstreichen kann helfen. Tipps bekommen Mütter bei ihrer Hebamme. Entzündungen sollten mit einem Arzt besprochen werden.

? Warum stillen in Deutschland nur wenige Mütter?

! Stillen hat in Deutschland keine Tradition. Einige Mütter wollen außerdem ihre Unabhängigkeit bewahren. Wenn sie stillen, können sie das Kind nicht abgeben, wobei es ja die Möglichkeit gibt, Milch abzupumpen und von jemand anderem füttern zu lassen. Andere scheuen sich, ihrem Kind in der Öffentlichkeit die Brust zu geben, dabei kann man zum Beispiel mit Tüchern die Brust bedecken, und manche Geschäfte bieten spezielle Stillecken an. (nm)

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