Vorstandswahl im Stadtverband Bad Hersfeld scheitert am Stimmen-Patt

CDU muss nachsitzen

Krisengespräch bei der Hersfelder CDU: Nach dem Patt im ersten Wahlgang suchte Kreisvorsitzender Thorsten Bloß (Mitte) gemeinsam mit den Kandidaten Ralph Habener und Silvia Schoenemann nach einer Lösung – ohne Erfolg. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Am zweimaligen Stimmen-Patt scheiterte am Montagabend die Vorstandswahl beim CDU-Stadtverband Bad Hersfeld. Jeweils 23 Stimmen entfielen in zwei Wahlgängen auf die Rechtsanwältin Silvia Schoenemann (50) und den Pastor Ralph Habener (42).

Weil auch ein zwischenzeitliches Krisengespräch mit beiden Kandidaten erfolglos blieb, brach der Versammlungsleiter, CDU-Kreisvorsitzender Thorsten Bloß (Bebra), die Wahl ab und vertagte sie auf einen noch festzulegenden Termin im Januar.

Damit bleiben die Hersfelder Christdemokraten auch gut anderthalb Jahre nach dem überraschenden Rücktritt von Ralf Neumeyer zunächst weiter ohne 1. Vorsitzenden. Seit Neumeyers Ausstieg führen dessen Stellvertreter Günter Exner und Hartmut Ziehn den Stadtverband.

Die Suche nach einen Nachfolger erwies sich als schwierig – mehrere potenzielle Kandidaten sagten im letzten Moment wieder ab – doch es gab am Ende sogar zwei Bewerber: Als Erster warf der Freikirchen-Pastor Habener seinen Hut in den Ring, doch der Vorstand empfahl die Stadtverordnete Schoenemann.

Im Vorfeld der Mitgliederversammlung hatte es in der Partei deswegen bereits rumort. Diese Verstimmung klang in einigen Redebeiträgen im Hotel am Kurpark durch, doch die Kritik blieb im Rahmen.

47 Wahlberechtigte (am Ende stimmte einer nicht mit) bekamen schließlich bei der Versammlung zwei völlig unterschiedliche Kandidaten präsentiert: Zum einen die in Verband und Fraktion vernetzte Silvia Schoenemann, die sich auf das vor zwei Jahren verstorbene Partei-Urgestein Reinhold Stanitzek berief, und zum anderen den emotional argumentierende und Aufbruchstimmung verbreitende Ralph Habener.

Schon in der folgenden Personaldebatte hatte sich abgezeichnet, dass beide Kandidaten ihre Befürworter hatten und nicht chancenlos ins Rennen gehen würden.

 zum tage, seite 5

Von Karl Schönholtz

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