Wochenendporträt: Schauspielerin Lena Vogt erzählt von ihrer Liebe zum Beruf

Es muss die Bühne sein

Willkommen im Dschungel: Lena Vogt spielt Mogli, das Menschenkind, das bei den Tieren des Urwalds aufwächst. Das Familienstück „Dschungelbuch“ hat am 17. Juni Premiere. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Lena Vogt liebt das Unberechenbare am Theater, den Nervenkitzel vor jeder Aufführung, weil man vorher nie weiß, wie das Stück beim Publikum ankommt und was zwischen den Schauspielern passiert. Auch jetzt ist sie voller Vorfreude und Anspannung, denn diesmal gilt es, ein ganz besonderes Publikum zu begeistern: Anspruchsvolle Premierengäste und nicht minder anspruchsvolle Kinder. Lena Vogt spielt Mogli im Familienstück „Das Dschungelbuch“, das als Eröffnungspremiere der Festspiele am 17. Juni gespielt wird.

„Kinder sind ein sehr kluges Publikum. Die muss man kriegen. Die sind sehr schnell gelangweilt, wenn sie nicht glauben, was sie da auf der Bühne sehen“, sagt Lena Vogt. Es ist für sie zwar das erste Mal, dass sie vor einem so jungen Publikum spielt. Erfahrungen mit Jugendtheater hat sie jedoch schon nach dem Abitur gesammelt, während eines Freiwilligen Kulturellen Jahres am D.A.S. Jugendtheater im Stellwerk Weimar.

Erfolg beim ersten Versuch

Dieses Jahr war für Lena Vogt eine Art Test, ob sie sich wirklich für den Schauspielberuf entscheiden soll. Diesen Wunsch hatte sie schon, seit sie klein war, erzählt sie. Erste Bühnenerfahrungen hat sie beim Schülertheater gesammelt. Während des Jahres in Weimar ist „mir klargeworden, dass es die Bühne sein muss.“ Deshalb war ihre Freude groß, als sie beim ersten Versuch an der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin angenommen wurde.

Dort macht sie in diesem Jahr ihren Abschluss. Und dort wurde sie bei einem Intendantenvorspiel auch von einer Künstleragentur entdeckt und für die Bad Hersfelder Festspiele empfohlen.

Die erste Begegnung mit der Festspielstadt war kalt und stürmisch. Sie sei Ende November bei Schneetreiben im Dunklen durch die Stadt geirrt auf der Suche nach der Stiftsruine erinnert sie sich. Für den ungemütlichen ersten Eindruck wurde sie mit einer bisher überwiegend warmen und trockenen Probenzeit entschädigt. „Aber selbst wenn’s nass und kalt ist, ist die Ruine ein wunderbarer Spielort. Dann packt man sich eben ein“, sagt sie.

Ähnlich positiv geht Lena Vogt an ihre Arbeit heran. Und so ist es ihr bisher gelungen, in jeder Rolle etwas zu finden, was sie interessiert, was sie weiter bringt.

Kind muss sich behaupten

Ganz begeistert ist sie von ihrer Rolle als Mogli und von dem Stück Dschungelbuch. „Das ist ein unglaublich fantasievolles, kluges Stück“, schwärmt sie. „Es hat eine Geschichte, die es wert ist, sie zu erzählen. Da kann jeder etwas mitnehmen.“ Besonders spannend findet sie es, den Prozess darzustellen, wie ein Kind sich behaupten muss – egal ob in der Tier oder der Menschenwelt – und wie es lernt, mit seinen Ängsten umzugehen.

Wichtig sei es, davon ist Lena Vogt überzeugt, so wahrhaftig und authentisch zu spielen, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene gefesselt werden. „Dazu muss man die Situation jeder Figur ernst nehmen“, ist die junge Schauspielerin überzeugt.

Das heißt aber nicht, dass es beim Dschungelbuch keinen Spaß geben wird. Dafür sorgen schon die originellen Kostüme. Verkleidete Tiere in Fellimitat wird es jedenfalls nicht geben, soviel verrät Lena Vogt. Die Affen, zum Beispiel, seien irgendwie schräg – unberechenbar eben.

Von Christine Zacharias

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