Bereits Ende Oktober greifen neue EU-Auflagen für Luftrettung

HKZ muss 800 000 Euro in Landeplatz stecken

Rotenburg / Kassel. Das Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ) Rotenburg muss massiv in seinen Hubschrauberlandeplatz investieren. Schätzungsweise 800 000 Euro kostet es, um neue Sicherheitsvorschriften der Europäischen Union zu erfüllen. Sonst dürfen Rettungshubschrauber das HKZ bald nicht mehr anfliegen.

Hintergrund ist eine EU-Verordnung, die ab Ende Oktober greift und die Sicherheitsvorschriften für Landeplätze verschärft. Danach dürfen ältere Landeplätze auf Klinikdächern nicht mehr angeflogen werden, sagt der zuständige Dezernatsleiter im Regierungspräsidium Kassel (RP), Stefan Steinmetz.

Für das HKZ heißt das, dass ein zusätzlicher Rettungsweg geschaffen werden muss. Außerdem müssen unter anderem die Befeuerung des Landeplatzes und die Löschanlage den neuen EU-Vorschriften angepasst werden, erklärt HKZ-Bauleiter Uwe Schimmelpfennig.

Für das renommierte HKZ auf dem Rotenburger Hausberg gibt es laut Aufsichtsratsvorsitzendem Peter Klufmöller keine Alternative zu den teuren Investitionen: „Eine hochqualifizierte Klinik kann nicht auf Hubschrauberanflüge verzichten.“ Etwa 200 Mal im Jahr werden Patienten per Helikopter zum HKZ geflogen.

Klar ist, dass die umfangreichen Arbeiten nicht vor dem Stichtag Ende Oktober abgeschlossen werden können, zumal derzeit noch zahlreiche Details ungeklärt sind. Ob Dachlandeplätze wie der des HKZ eine Übergangsregelung erhalten, wird derzeit noch zwischen den Aufsichtsbehörden diskutiert.

In der Region sind nach Recherchen unserer Zeitung auch das Elisabeth-Krankenhaus in Kassel und die Werner-Wicker-Klinik in Bad Wildungen betroffen. Der Dachlandeplatz des Klinikums Fulda, wo der Rettungshubschrauber Christoph 28 stationiert ist, hat laut RP eine gültige Genehmigung. ZUM TAGE,

Hintergrund, SEITE 3

Von Marcus Janz und Claas Michaelis

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