Bernd Raacke, Gründer der Konrad-Duden-Singers, geht in den Ruhestand

Musiklehrer per Zufall

Programmierter Abschied: Bernd Raacke (Bildmitte), Gründer und Leiter der „Konrad-Duden-Singers“, verlässt mit Beginn der Sommerferien die Konrad-Duden-Schule und geht in den Ruhestand. Für einen reibungslosen Übergang ist freilich gesorgt: Links neben Raacke sitzt sein Nachfolger Johannes Gunkel. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Für das, was Bernd Raacke seit vielen Jahren mit großem Erfolg tut, ist er eigentlich gar nicht ausgebildet. Denn ein richtiger Musiklehrer ist der Gründer und Leiter der „Konrad-Duden-Singers“ nicht. Studiert hat er nämlich Englisch und Erdkunde. Dass sein Name heute dennoch in erster Linie mit Musik verbunden wird – Raacke tritt privat auch als Bassist der Bands „Dayton Quince“ und „MAC“ in Erscheinung –, ist dem Zufall zu verdanken.

Englisch aufgepeppt

Um den Englischunterricht an der Konrad-Duden-Schule in Bad Hersfeld aufzupeppen hat Raacke eines Tages Lieder mit englischen Texten singen lassen – was bei den Schülern prima ankam. Aus diesen Anfängen entstand zunächst eine lockere AG, später wurden daraus die „Konrad-Duden-Singers“. Eine Band gibt es heute noch dazu und außerdem die „Mini-Duden-Singers“ für die fünften und sechsten Klassen. Annähernd 50 junge Menschen hat Raacke hier unter seinen Fittichen.

Fremd ist ihm die Musik natürlich nie gewesen. Als 14-Jähriger erlernte er während eines Südfrankreich-Aufenthalts das Gitarrenspiel, angeleitet von Reiner Cornelius, der sich später mit dem „grünen Band“ der ehemaligen Zonengrenze einen Namen machte. „Am Ende konnte ich ‘House of the rising sun’ spielen, das war mit fünf, sechs Akkorden schon ziemlich schwierig war. Die Finger haben weh getan“, erinnert sich Raacke an diese Zeit.

Gut singen zum Bass

Alsbald folgte die Gründung der Schülerband „Dayton Quince“. Und weil die keinen Bassisten hatte, wechselte Raacke das Instrument. „Das hat mir Spaß gemacht. Außerdem kann man zum Bass gut singen“, war er mit der neuen Rolle ganz zufrieden. „D.Q.“ ist bis heute aktiv. Auch wenn aus der ehemaligen Schüler- mittlerweile fast eine Rentnerband geworden ist, zeigt der alljährlich „Lollsrock“, dass Alter nicht vor ausgelassenen Rock-Partys schützt

Raackes Mission in der Schule war und ist es deshalb, seinen Singers Lieder nahezubringen, die „nicht ihr Horizont sind“. Natürlich holt er die Schüler mit Aktuellem aus der Hitparade ab, doch Klassiker von den Beatles oder Abba gehören genauso zum Repertoire wie mit tiefem Griff in die Kiste ans Licht beförderte deutsche Schlager. So traten die Singers beim 250-jährigen Jubiläum der „Hersfelder Zeitung“ beispielsweise mit einer witzigen Choreographie von „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ auf.

„Tut einigen sehr gut“

„Mir war es dabei immer wichtig, Kindern aus allen Schulzweigen an die Musik heranzubringen“, sagt Raacke. Das sei auch meistens gelungen, denn für fast jeden habe sich eine Aufgabe gefunden. Neben dem Spaß geht es Raacke jedoch auch um Disziplin und Selbstbewusstsein.

„Vor Publikum aufzutreten ist nicht einfach, aber es tut einigen sehr gut.“ Zum Beispiel heute Abend, wenn die „Konrad-Duden-Singers“ ab 19 Uhr in der Sporthalle ihrer Schule mit einem abendfüllenden Programm das 25-jährige Jubiläum feiern.

Von Karl Schönholtz

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