Konzert „Dinner for Three“ mit zwei Orgeln und Trompete in der Stadtkirche

Musikalisches Feuerwerk

Begeisterte mit seinem Trompetenspiel: Björn Diehl aus Oberaula. Foto: Janßen

Bad Hersfeld. Mit einem grandiosen musikalischen Feuerwerk endete das Jahr am Silvesterabend in der Stadtkirche. Das „Dinner for Three“ - so hatten die Interpreten ihr Konzert übertitelt, machte seinem Namen in mehrfacher Hinsicht Ehre: In ungewöhnlicher Besetzung für zwei Orgeln und eine Trompete brachten Tim Teschner (Kiel), Sebastian Bethge (Bad Hersfeld) und Björn Diehl (Oberaula) den gesamten Kirchenraum zum Klingen.

Improvisationen auf Zuruf

Es waren außerdem nicht nur die üblichen altehrwürdigen „Standardschlager“ aus dem Barock zu hören – dem Publikum in der ausgesprochen gut besetzten Stadtkirche wurden auch spontane Improvisationen auf Zuruf und über eher ungewohnte Themen geboten. Am Schluss kam mit Edward Elgars „Pomp and Circumstance“ sogar ein wenig „Last Night of the Proms“-Gefühl auf.

Eindrucksvoll gelang vor allem das klangliche Ausloten des gesamten Kirchenraumes durch das Einbeziehen der zwar kleinen, aber durchaus feinen Altarorgel im Chorraum der Kirche. Das ist insofern kein ganz einfaches Unterfangen, weil aufgrund der heiklen Akustik im Kirchenraum und der beträchtlichen Entfernung zwischen Altar- und Eule-Orgel ein Zusammenspiel rein nach Gehör schlicht unmöglich wäre und weil es eine Sichtverbindung zwischen den Spielern der beiden Instrumente ebenfalls nicht geben kann. So waren die beiden Instrumente meist im Wechselspiel zu hören, was beispielsweise den auf Volksweisen beruhenden Werken von Samuel Scheidt eine überraschende Plastizität verlieh.

Zwei große Choralvertonungen Johann Sebastian Bachs („Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter“ und „Jesu bleibet meine Freude“) zeigten nicht nur die Klangvielfalt der Eule-Orgel, sondern bildeten am letzten Abend des alten Jahres auch einen angemessenen geistlichen Rahmen. In diesen und in den barocken „Klassikern“ kam das schlank und sauber intonierte Trompetenspiel Björn Diehls besonders zur Geltung, der einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass der neue Steg oberhalb der Empore sich als Platz für Solisten besonders gut eignet.

Auf den ersten Blick eher schwer in ein Konzert zum Silvesterabend einzuordnen war die sinfonische Dichtung „Danse Macabre“ des französischen Camille Saint Saens. Das ursprünglich für Gesang und Klavier sowie als Orchesterfassung konzipierte Stück ließ die Eule-Orgel mit teilweise eher selten gehörten Klangfarben brillieren und erwies sich schon daher als gute Wahl für dieses Programm.

Störung im Konzert

Einer der besonderen musikalischen Höhepunkte waren die Improvisationen des Kieler Organisten Tim Teschner, der bereits im vergangenen Jahr, im „Dinner for Two“, zusammen mit Sebastian Bethge auf sich aufmerksam gemacht hatte. Dieses Mal durfte ihm das Publikum Themen für spontane Improvisationen zurufen. Zu hören waren dann neben bekannten Weihnachtsliedern unter anderem auch Tangorhythmen und Beethovens „Freude, schöner Götterfunken“.

Noch mehr Heiterkeit rief Teschner allerdings mit seiner Improvisation „Störung im Konzert“ hervor, in dem der wohl nervigste Standardklingelton von Mobiltelefonen eine wesentliche Rolle spielte.

Von Ute Janssen

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