TonArt und die GBO-Oldtimer-Bigband begeisterten mit Musical- und Filmhits

Musikalische Festspiel-Träume

Das Wetter hatte keinen Einfluss auf die musikalische Qualität, spielte aber mit: Als TonArt „Tanz der Vampire sang, verdunkelte sich der Himmel durch einen schaurigen Gewitterregen. Foto: Urban

Bad Hersfeld. „Once upon a dream – Es war einmal ein Traum“, sangen die TonArt-Musiker in einem Ausschnitt aus „Tanz der Vampire“ am Schluss ihres traumhaften Konzertes „Von Hollywood zum Broadway“. Dafür bedankte sich das Publikum in der gut besuchten Stiftsruine mit Standing Ovations beim Festspiel-Vokalensemble des Chorvereins Bad Hersfeld und der GBO-Oldtimer-Bigband unter Leitung von Helgo Hahn.

Bei ihrem letzten Konzert vor vier Jahren hatte TonArt aus Musicals gesungen, die „schon in der Ruine gespielt wurden“, erläuterte Helgo Hahn. „Für heute haben wir Musicals ausgesucht, von denen ich mir vorstellen kann, dass sie in Hersfeld gespielt werden können.“

Ob der Chorleiter fürchtet, Stadt und Intendanz könnten sich wegen seiner Ideen grausen? Denn er hatte zum Programmeinstieg „Der kleine Horror-Laden“ ausgesucht. Allerdings taugten die Melodien, die die Sänger gekonnt intonierten, eher zum Gegenteil.

Das folgende Beach Boys-Medley zauberte kalifornische Sonne in die Herzen der mitklatschenden Gäste und ließ den hessischen Regen vergessen. Ins Zentrum der US-amerikanischen Südstaaten samt der Kontroverse zwischen Rassentrennungspolitik und Martin Luther King führte „Sweet home Alabama“ ebenso wie in den gleichnamigen Film, in „Forrest Gump“ und anderer Kinohits.

Mit ihrer a capella Version wagte TonArt sich an ein neues Konzept, weg von Musical und Klavierbegleitung, hin zu experimentellerem Gesang mit noch höherem Anspruch an die einzelnen Stimmen.

Die GBO-Oldtimer-Bigband, Special Guest und „fast lauter ehemalige Schüler von mir“, so Hahn, wartete mit Jan Luley am Flügel auf. An „Nostalgia in Times Square“, „Can’t help loving that man“ und einer jazzigen Interpretation von „Ol’ man river“ zeigten die Musiker die Vielseitigkeit eines Liedes ebenso wie ihre eigene Perfektion.

Auch TonArt beeindruckte im „Werbeblock für die Festspiele“, wie der Dirigent augenzwinkernd meinte, durch eine interessante Version von „Ol’ man river“. „Aber im Musical klingt es nochmal anders“, betonte Hahn.

Kostproben aus der Oper

Im zweiten Block begeisterten die neun Sängerinnen und sechs Sänger mit Kostproben aus „Phantom der Oper“ und „Sister Act“ sowie Michael Maiwalds Arrangement des Wise Guys-Titels „Paris“. Während sich am Himmel ein Gewitterregen zusammenbraute, stieg die Stimmung beim Publikum stetig an. Einen ersten Höhepunkt erreichte sie im seltenen Zusammenspiel von Chor und Oldtimer-Bigband bei „Somebody loves me“ aus „Porgy and Bess“.

Dem setzten die Vollblutmusiker der Bigband mit „Sweet Georgia Brown“ und „Gigolo“ die Krone auf, bevor TonArt abschließend noch einmal mit „Jekyll & Hyde“ und „Tanz der Vampire“ brillierte. Bleibt zu hoffen, dass die ausgesuchten Musicals keine Festspiel-Träume bleiben und die aktuelle Saison möglichst sonnig und trocken verläuft.

Von Dagmar Urban

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