Montagsinterview mit Ulli Meiß über die Schülerkonzerte in der Stiftsruine

Musikalische Botschafter

Immer eine Herausforderung: Chorleiter Ulli Meiß plant diesmal drei Termine für Abschlusskonzerte der Festspiele in der Stiftsruine. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Sie sind fester Bestandteil der Festspielzeit, die Abschlusskonzerte der Obersberg-Schüler in der Bad Hersfelder Stiftsruine mit ihrem Leiter Ulli Meiß. Der engagierte Pädagoge steht in diesem Jahr allerdings vor besonderen Herausforderungen. Unsere Zeitung sprach mit ihm über Terminprobleme, die neue Tribüne und finanzielle Bausteine.

Die Festspiele haben noch nicht begonnen, und wir reden schon über die Abschlusskonzerte. Laufen denn da schon die Vorbereitungen?

Ulli Meiß: Wir sind schon seit Februar tüchtig am Üben und freuen uns riesig auf diese Konzerte. Sie sind für uns immer etwas ganz Besonderes, Identifikation mit Bad Hersfeld und den Festspielen pur.

Wie viel ist jedes Jahr eigentlich neu im Programm und muss dann auch extra einstudiert werden?

Meiß: Bisher haben wir es immer hinbekommen, dass wir zwei Drittel des Programms neu eingeübt haben. Und ein Drittel haben wir übernommen, wobei wir immer genau hinschauen, was dem Publikum, aber auch den Kindern und Jugendlichen besonders gut gefallen hat. Es ist immer wieder eine mühselige Recherche nach Noten und die Suche nach neuen Ideen für das, was wir anbieten möchten.

Wie problematisch sind für Euch bei der Probenarbeit die Sommerferien?

Meiß: Die sind ein Riesenproblem. Bisher lagen die Konzerttermine unmittelbar nach den Ferien. Da sind wir vor den Ferien eine Woche zum Proben auf die Insel Rügen gefahren und waren fertig. Jetzt liegen die Ferien so spät, dass die Konzerte mittendrin stattfinden. Dass heißt, wir müssen auch in den Ferien üben. Das ist für alle Beteiligten eine echte Herkulesaufgabe, über 130 Jugendliche und ihre Lehrer verzichten – gerne – auf einen großen Teil ihrer Ferien.

Zumal wenn man bedenkt, dass Sänger und Bläser ja nicht nur aus dem Stadtgebiet kommen...

Meiß: Ja, wir haben mehrere Mitwirkende, die aus dem Altkreis Rotenburg kommen. Auch unser Publikum ist ja breit gestreut. Es kommt aus dem gesamten Landkreis, ja sogar aus Frankfurt und Kassel reisen Gäste an.

Bei den Festspielen ist ja dieses Jahr manches anders geworden, zum Beispiel gibt es eine neue Zuschauertribüne. Für Euch heißt das, dass pro Konzert 400 Plätze weniger zur Verfügung stehen.

Meiß: Ja, da waren wir erst mal erschrocken. Denn unsere beiden Konzerte waren ja immer in kürzester Zeit ausverkauft. Wir haben deshalb gemeinsam mit den Schülern, den Eltern und meinem Team beschlossen, in diesem Jahr drei Konzerte zu geben, damit alle die wollen, auch dabei sein können. Und dramaturgisch gesehen bietet uns die neue Anordnung jede Menge Möglichkeiten für neue Ideen.

Wann findet das dritte Konzert statt?

Meiß: Am Freitagabend, also am 21. August.

Das Ganze hat für Euch ja auch einen finanziellen Aspekt.

Meiß: Ja. Wir brauchen die Einnahmen aus dem Kartenverkauf unbedingt, um unsere Arbeit zu finanzieren. Wenn wir dieses Geld nicht haben, würde ein wesentlicher Stützpfeiler in unserem Etat fehlen. Wir sind also auf diese Konzerte absolut angewiesen und bedingt durch die Feriensituation und andere schulische Termine auf das Wochenende um den 22. August..

Keine Frage, denn bestimmt gibt es ja auch für dieses Jahr wieder große Pläne. Wohin geht die Reise denn?

Meiß: Es gibt ein großes Projekt. Wir werden mit dem Chor ein paar Tage nach den Konzerten in der Stiftsruine nach Kanada fliegen, 14 Tage lang das ganze Land von West nach Ost bereisen und dabei als musikalische Botschafter Werbung für Bad Hersfeld und die Festspiele machen. Die Bläser sind dann nächstes Jahr an der Reihe.

Letzte Frage: Wann beginnt eigentlich der Vorverkauf für die Abschlusskonzerte?

Meiß: Ich denke, wir sind Anfang Juni so weit. Ich sage aber rechtzeitig Bescheid (lacht).

Von Karl Schönholtz

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