Latin Quarter im Buchcafé: Gelungenes Comeback einer besonderen Band

Musik von zeitloser Schönheit

Der britische Folk- und Popbarde Steve Skaith (Bildmitte) gastierte am Donnerstagabend mit Latin Quarter im Bad Hersfelder Buchcafé. Foto: Rödiger

Bad Hersfeld. Vor vielen, vielen Jahren, genauer gesagt Mitte der Achtziger, machte eine britische Popband namens „Latin Quarter“ trotz ihrer anspruchsvollen und häufig sehr politisch-engagierten englischsprachigen Songtexte gerade auch in Deutschland von sich reden. Mit erfolgreichen Chartplatzierungen ihrer Singles „Radio Africa“ und „New Millionaires“ gelangen ihnen allerdings auch in Holland und Großbritannien kommerzielle Achtungserfolge.

Inzwischen ist viel Wasser die Themse heruntergeflossen und im Jahr 2011 besannen sich die Gründungsmitglieder dieser britischen Popband auf ihre alten Erfolge, gingen zusammen ins Tonstudio und nahmen ihr neues Album „Ocean Head“ auf. Nun touren sie auch ausgiebig durch Deutschland, denn hier hatte „Latin Quarter“ schließlich einmal viele Fans.

Buchcafé-Geschäftsführer Helmut Weide-Basler präsentierte jetzt stolz die vier britischen Musikerinnen und Musiker auf der Bad Hersfelder Buchcafé-Bühne.

Computer statt Schlagzeuger

Die Band um Sänger und Gitarrist Steve Skaith spielte zwar ohne Schlagzeuger – ein Rhythmuscomputer übernahm diesen Part – aber dies schadete dem exzellenten Gesamtsound der Gruppe nicht im Geringsten, denn besonders Bassist Greg Harewood sorgte mit seinem virtuosem Bassspiel in Kombination mit den Maschinenrhythmen für den richtigen Groove.

Die Musik von „Latin Quarter“ ist von zeitloser Schönheit. Wie damals schon ist das musikalische Konzept absolut identisch geblieben: radiotauglicher und schnörkelloser Brit-Pop mit viel Melodie und sehr intelligenten, häufig sozialkritischen Textinhalten.

Akustische Gitarre, mehrstimmiger Gesang, viele Keyboards und eine groovige Rhythmussektion, die immer wieder Einflüsse aus Reggae und Countryrock in den gelungenen Gesamtsound von „Latin Quarter“ integriert: Dies sind die musikalischen Hauptelemente des britischen Quartetts.

Ganz simpel, nur mit ihrer Gesangsstimme und einer akustischen Gitarre kam übrigens die britische Folkmusikerin Catherine Burke als quasi One-Woman-Vorgruppe daher. Die im Programm nicht angekündigte Britin eröffnete mit einem etwa 30-minütigen Kurzauftritt den Konzertabend mit einigen humorvollen Songs aus eigener Feder.

Das Bad Hersfelder Publikum lauschte angetan dem gelungenen Bühnensound von „Latin Quarter“ und bei Ohrwürmern wie „Radio Africa“ sangen viele den Refrain mit Sänger Steve Skaith und Sängerin Yona Dunsford mit.

Einzig Gitarrist Steve Skaith erlebte bei dem Konzert einige unschöne Momente, denn leider streikte wiederholt seine Gitarre mit hörbaren Aussetzern und verhagelte ihm damit den Spass am Musizieren spürbar.

Von Werner Rödiger

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