Bläser aus beiden Kreisteilen erinnern in Bad Hersfeld an den Reformator Martin Luther

Musik vertreibt den Teufel

Ein Ständchen für Luther – und nicht für Lullus. Doch auch dem Bad Hersfelder Schutzpatron auf seinem Ehrenplatz vor dem Rathaus hätten Luthers Kompositionen sicher gefallen. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Martin Luther gilt als der „Entdecker“ des deutschen Kirchenliedes. Ihm verdanken die Protestanten „Evergreens“ wie „Ein feste Burg ist unser Gott“, die bis heute in kaum einem Gottesdienst fehlen. Bereits 1523 soll Luther das erste Kirchenlied komponiert haben, nur ein Jahr später erschien das erste evangelische Gesangbuch.

Musik spielte für die Reformation eine wichtige Rolle. „Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich“, hatte Luther erkannt. Grund genug, im Zuge der Lutherdekade, die an den Thesenanschlag vor 500 Jahren erinnert, auch das Thema Musik und Reformation genauer zu betrachten.

Deshalb sind am Sonnabend um 17 Uhr in ganz Deutschland Bläserensembles und Posaunenchöre zusammengekommen, um „ein bläserisches Zeichen zu setzen“, wie es Tom Langlotz, der Kreisbeauftragte für die Posaunenarbeit, formuliert. Erstmals musizierten Bläser aus dem Rotenburger und dem Hersfelder Kreisteil gemeinsam. Während die Turmbläser hoch oben von der Stadtkirche aus den Ton vorgaben, antworteten die auf dem Rathausplatz versammelten Musiker. In einer kleinen Andacht erinnerte Pfarrerin Ute Bätzing an Martin Luther und die Bedeutung der Musik für die Reformation.

„Luther wollte dadurch den Menschen das Evangelium nahebringen“, sagte Bätzing, und er sei deshalb händeringend auf der Suche nach neuen Liedern gewesen. Dabei blieb Luther selbst der wichtigste Komponist, und die meisten der Lieder in den evangelischen Gesangbüchern stammen von ihm. „Bei Luthers Kompositionen fällt auf, dass sie schlicht und zugleich fröhlich sind“, sagte Bätzing.

Und sie sind zeitlos aktuell. So sei „Ein feste Burg“ eine Widerstandshymne gegen die Verfolgung und gegen ungerechte Machthaber. Solche Lieder kann es gar nicht genug geben, denn leider gibt es auch heute – 500 Jahre nach Luther – noch so manchen teuflischen Despoten.

Von Kai A. Struthoff

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