Opernpreis-Verleihung 2014: Festakt im Zeichen der kulturellen Verständigung

„Musik verbindet Völker“

Gratulation Orpheusträgerin Nicole Meinhardt und Opernpreisträgerin Barbara Buffy (dritte und fünfte von links) mit (von links) dem AfM-Vorsitzenden Alf Rothe, Bürgermeister Thomas Fehling, Nicole Schlabach (Sparkassen-Stiftung) und Staatssekretär Ingmar Jung. Fotos: Eisenberg

Bad Hersfeld. Es waren Konflikte – im Großen wie im Kleinen – aber auch die Völkerverständigung, die den Festakt zur Verleihung der Bad Hersfelder Opernpreise in der Stiftsruine thematisch prägten.

Bürgermeister Thomas Fehling wies in seinem Grußwort den im Zusammenhang mit der Kündigung des Festspielintendanten gefallenen Vorwurf der Kunstferne zurück. Es gehe ihm nicht darum, die Kultur abzuschaffen. Allerdings sollten alte Finanzierungsmodelle nicht unreflektiert übernommen werden.

Friedensgebet

Ingmar Jung, Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, sah es in seinem Grußwort als Herausforderung der Politik an, auch in Zeiten knapper Kassen für die Finanzierung von Kultur zu sorgen. Gleichzeitig mahnte Jung, die künstlerische Gestaltung nicht in die Hand von Politikern zu legen.

Das Sinnbild von Musik als Sprache, die von allen Völkern verstanden wird, wurde gleich mehrfach aufgegriffen. Weihbischof Karlheinz Diez aus Fulda und Pfarrer Paul Gerhard Künzel aus Alsfeld hatten es ins Zentrum ihres Gebets für den Frieden an den Krisenherden der Welt gestellt. Prof. Dr. Dieter Bingen, Leiter des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt, würdigte das Engagement Siegfried Heinrichs zur Völkerverständigung durch das Einbinden polnischer Musiker.

Der Sprecher des Kuratoriums „Oper in der Stiftsruine“, Professor Klaus Malettke, der einen Vortrag zur Grenzöffnung gehalten hatte, sagte mit Blick auf das Auslaufen der Nutzungsverträge für die Stiftsruine: „Eine tragfähige Lösung bedarf Kompromissen aber auch der Anerkennung von Realitäten wie der Schuldenbremse“.

Bevor die Preisträgerinnen ihre Aufzeichnung von Nicole Schlabach, der stellvertretenden Geschäftsführerin der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, entgegennahmen, gaben sie dem Publikum Kostproben ihres Könnens. In ihrer Begründung würdigte die Jury Barbara Buffys „souveräne und lebendige Weise, wie sie die Partie der Amneris sängerisch und schauspielerisch verband und gestaltete“. Orpheuspreisträgerin Nicole Meinhardt präge die Rolle als Despina in Così fan tutte mit „großer Spielfreude und musikalischer Bravour“.

Polnisches Volkslied

Musikalisch begleitet wurde der Festakt vom Festspielorchester Virtuosi Brunenses unter Leitung des künstlerischen Direktors Prof. Siegfried Heinrich und seines Stellvertreters Karel Mitá, vom Opernchor und einem a capella vorgetragenen Volkslied von sechs Sängerinnen der Oberstufenchöre aus Rybnik.

Die in seiner Begrüßung versprochene Bekanntgabe der Werke für die kommende Spielzeit blieb der Vorsitzende des Arbeitskreises für Musik, Alf Rothe, dem Publikum allerdings schuldig. Sie waren auch bis zum Abend nicht in Erfahrung zu bringen.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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