Johann-Strauß-Gala kommt gut an – Konzertmeister Wenzel Plasil begeistert mit Violine

Musik macht gute Laune

An die schöne blaue Donau, nach Venedig, nach Ungarn, nach Russland und zum großen Finale sogar nach Paris in die Unterwelt entführten die Mitglieder des Orchesters „Sinfonici da Camera“ und der Tänzer und die Tänzerinnen des Johann-Strauß-Balletts die Besucher der „Johann-Strauß-Gala“. Auch Rolf Hartge (2.v.l.), Ginger McFerrin, Vittorio Savary und Leanan de Montiel - vorne von links - zeigten vollen Einsatz und wurden vom Publikum mit herzlichem Beifall belohnt. Fotos: Apel

BAD HERSFELD. Schon seit zehn Jahren tourt das Konzertbüro Klaus Wünsch mit seiner Johann-Strauß-Gala durch Deutschland. Am Sonntagnachmittag war es in der Lullusstadt zu Gast und rund dreihundert Besucher waren überaus angetan von dem bunten Strauß Strauß’scher Melodien, der von Moderator Rolf Hartge locker und charmant präsentiert wurde. Beweis dafür, dass das Programm stimmte und dass das Orchester „Sinfonici da Camera“ sein Bestes gab, um zusammen mit dem Johann-Strauß-Ballett und überzeugenden Solisten dem Publikum zweieinhalb vergnügliche Stunden zu bereiten.

Noch immer fasziniert der am 25. Oktober 1825 in Wien geborene Walzerkönig die Menschen. Ein paar Takte genügen und schon hellt sich die Stimmung auf. Auch in der Stadthalle, deren Bühnendekoration einen Hauch von Wiener Prater vermittelte, war es so. Von daher lag es nahe, die Musikreise mit dem Walzer „An der schönen blauen Donau“ zu starten und mit der Polka „Unter Donner und Blitz“ auf Touren zu bringen, was Konzertmeister Wenzel Plasil und seinen Musikern eindrucksvoll gelang.

Es folgten Stücke aus den Operetten „Wiener Blut“ und „Eine Nacht in Venedig“, deren „Tarantella“ das von Hana Cicel geleitete Ballett farbenprächtig und anmutig umsetzte. Aus dem „Zigeunerbaron“ gaben Vittorio Savary die „Arie des Barinkay“ und Rolf Hartge das „Lied des Zsupan“, in dem er bekennt: „Mein idealer Lebenszweck ist Borstenvieh und Schweinespeck!“

Den zu Ende gegangenen Sommer rief Wenzel Plasil mit Dinicus „Die Lerche“ in Erinnerung. Sagenhaft, wie er seiner Violine - später auch mit Poliakins „Kanarienvogel“ - immer wieder neue – und höchste – Töne entlockte und das überwiegend ältere Publikum begeisterte. Leanan de Montiel machte es ihm nach mit der „Arie der Rosalinde“, ehe Vittorio Savary die Damenwelt aufforderte: „Komm in die Gondel!“

Nach der Pause war Zeit für den „Kaiserwalzer“, „Wein, Weib und Gesang“ und das zu Herzen gehende „Wer uns getraut“ aus dem „Zigeunerbaron“, meisterlich interpretiert von Ginger McFerrin und Vittorio Savary. Leanan de Montiel wusste mit dem „Zigeunerlied“ zu überzeugen, und ein weiterer Höhepunkt war ohne Zweifel auch das „Wolgalied“, das sich Vittorio Savary aus Lehárs Operette „Der Zarewitsch“ entlieh.

Mit dem „Radetzky-Marsch“ sollte der beschwingte Nachmittag ausklingen. Aber natürlich forderte – und bekam – das Publikum, das geschickt in das Programm einbezogen wurde, Zugaben: Den vom Ballett in herrlichen Kostümen getanzten und vom Orchester schmissig gespielten „Can Can“ von Jacques Offenbach und die heimliche Hymne der Wiener: „Sag beim Abschied leise Servus!“ Margot Ißleib und Edith Koch aus Bad Hersfeld fiel das schwer. Sie fanden die Gala, wie fast alle anderen auch, „Spitze“ und wagten in der Pause sogar ein Tänzchen.

Von Wilfried Apel

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