Michael Hirtes „My Way“-Konzert wurde vom Publikum in der Stadthalle umjubelt

Musik ging unter die Haut

Zwei, die sich gut verstehen: Michael Hirte (links) und Michael Holderbusch. Fotos:  Hettenhausen

Bad Hersfeld. Eine Parkbank und eine Laterne mit dem Schild „Brandenburger Straße“ standen am Mittwochabend auf der Bühne in der Stadthalle. Mehr Requisiten braucht Michael Hirte nicht bei seinem Konzert mit dem Titel „My Way“, um „seine“ Geschichte zu erzählen.

Sie handelt von dem Glück eines Straßenmusikers, der es schaffte, auf die Showbühne ins Rampenlicht zu kommen und Konzertsäle mit begeisterten Fans zu füllen. Und das nur mit seinem bewegenden Mundharmonikaspiel.

„Ganz nah am Publikum“ wolle er mit seiner „Tour 2012“ sein, heißt es im Programmheft. Mit Evergreens, Volksliedern, Filmmusik und bekannten Rockballaden, die angenehm arrangiert garantiert den Publikumsgeschmack treffen, wurde dieses Ansinnen zum einen umgesetzt.

Unzählige Autogramme

Zum anderen suchte Hirte in der Tat die Nähe zu seinen Fans. Bereits vor dem Konzert gab er unzählige Autogramme und ließ sich mit denen, die ihn mögen, fotografieren. Es fällt nicht schwer, ihn zu mögen.

Hirte präsentierte sich vor fast ausverkauftem Haus als das „Supertalent“, das er durch die vielen Anrufe der Zuschauer 2008 bei der gleichnamigen RTL-Castingshow geworden ist. Souverän hatte er damals den Wettbewerb gewonnen und bis heute noch weitere Publikumspreise bekommen.

In der Stadthalle überraschte Hirte als amüsanter Plauderer, der keine Probleme hat, ein dreistündiges Programm zu moderieren. Drollig lachte er immerzu über sich und seine Späße. Er wirkte zerstreut. „Bin ich heute in Hersfeld?“, fragte er die fünf Musiker der Live-Band. Bei 70 Auftritten der Tour, die noch bis zum 29. April dauert, kann man schon einmal durcheinander kommen. Ob diese Zerstreutheit echt ist oder nur gespielt wurde, war nicht zu erkennen. Auf jeden Fall machte sie Hirte noch sympathischer.

Kann keine Noten lesen

„Fangt das Lied schon einmal allein an zu spielen. Ich weiß gerade die Melodie nicht“, wies er einmal die professionellen Bandmitglieder an. Damit, dass er keine Noten lesen kann, kokettierte er oft. „Ihr habt eine tolle Stadthalle. Das klingt hier alles sehr schön, das höre selbst ich“, sagte er.

Flugangst besiegt

In Jeans, Hemd und Baseballmütze erzählte er viel über sich, aber nicht als Leidensgeschichte mit den ihm widerfahrenen Schicksalsschlägen, sondern mit vielen Anekdoten über Begegnungen und Geschichten, die er mit den Liedern, die er spielt, verbindet. So besiegte er zum Beispiel seine Flugangst, indem er im Flieger Mundharmonika spielte. Eine Frau, die mit ihm flog, sagte ihm nachher, wie sehr diese Musik auch ihr geholfen hätte.

Hirte gestaltete sein Bühnenprogramm nicht allein. Er brachte Freunde mit, „die echt gut sind und die ich unbedingt dabei haben wollte“: Michael Holderbusch und Simone Oberstein. Damit waren eigentlich drei Supertalente auf der Bühne. Mit ihren beeindruckenden Stimmen und Liedern wie „Waltzing Matilda“, „Sailing“ (Holderbusch), „Danny Boy“ und „I will always love you“ (Oberstein) sorgten die beiden Gäste für weitere romantische Momente.

Vom Anfang bis zum Ende des Konzertes ebbte die Woge der Begeisterung beim Publikum nicht ab. Es stand oft auf, um sich für die tollen Auftritte zu bedanken.

Von Vera Hettenhausen

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