Er hat Musik im Blut

Wochenendporträt: Saxophonist Laurenz Wenk lebt sein Hobby in vollen (Atem)-Zügen

Laurenz Cedric Wenk und sein Altsaxofon (Wert: 2000 Euro) – nur eines von vielen Instrumenten, dass der talentierte Musiker beherrscht. Foto: Ernst

Bad Hersfeld. Wie viel ihm die Musik bedeutet, sieht man dem 21-jährigen Laurenz Cedric Wenk auf der Bühne zu jeder Sekunde an. Doch der großen Leidenschaft des gebürtigen Bad Hersfelders liegt eine tragische Geschichte zugrunde.

Geplant war ein Urlaub mit seinen Eltern auf den Philippinen, der Heimat seiner Mutter. Doch der damals vierjährige zog sich eine schwere Lungenentzündung zu. Er wurde vor Ort im Krankenhaus behandelt, und der Rückflug musste verschoben werden. Da sich sein Zustand nicht verbesserte, folgte eine stationäre Aufnahme im Klinikum Bad Hersfeld. Die Erkrankung wurde lebensbedrohlich: „Damals stand es auf der Kippe. Ich hatte eine 50/50 Chance“, erzählt Wenk bedrückt.

Im Zuge der Behandlung kam einer Krankenschwester ein genialer Einfall. Um seine Lunge wieder zu stärken, sollte er ein Blasinstrument erlernen. Bei den Flötenstunden ist dann sein verborgenes Talent zum Vorschein gekommen.

Er lernte viel schneller als ander Schüler. Seine Flötenlehrerin riet ihm deshalb zu einem anspruchsvolleren Instrument. Wenk entschloss sich, Saxophon zu spielen. Untterichtet wurde er von Andreas Winter, Lehrer an der Kreismusikschule. Während des Untterichts spielte er Klassik – Zuhause befasste er sich allerdings mit Jazz. „Das wichtigste bei dieser Musik ist das Improvisieren – und das liebe ich“, verrät Wenk,

Der Musiker übte so viel, dass seine Mutter ihn sogar zu Pausen überreden musste. Zu diesem Zeitpunkt gab es von der Lungenerkrankung keine Spur mehr. Doch auch wenn er der Klassik nicht allzu viel abgewinnen kann, sorgte sie im Jahr 2012 für seinen bisher größten Erfolg. Denn der Hersfelder gewann den Landeswettbewerb „Jugend musiziert“. Als Solist schaffte er es sogar bis in den Bundesentscheid.

Windstärke 12

Seit 2007 wirkt der Vollblutmusiker im Landes-Jazz-Musikorchester Hessen mit. Dabei lernte er seine jetzigen Bandkollegen Robin Holighausen und Christian Peter kennen. Sie planten schon lange, gemeinsam Musik zu machen. Der Zufall spielte ihnen in die Karten. Zusammen mit der Band „Windstärke 12“, in der Holighausen und Peter spielen, trat Wenk auf. Nach dem Auftritt entschlossen sie sich, ein gemeinsames Funk/Soul-Projekt zu starten.

Momentan studiert Laurenz Wenk in Hannover Musik und evangelische Theologie auf Lehramt. Doch eines Tages möchte er von der Musik leben können. Dass sich die Band-Gagen zur Zeit darauf belaufen, die Fahrtkosten zu decken, ist nicht allzu schlimm: „Wir machen das aus Spaß, weil wir unbedingt Musik machen wollen. Aber ohne die Unterstützung meiner Familie wäre mir das nicht möglich“, erklärt Laurenz Wenk.

Seine Heimat und die Familie sind ihm generell sehr wichtig. Mit Bad Hersfeld fühle er sich, egal wo er gerade musziert, verbunden, so Wenk weiter.

Information: Wer sich die Musik von Laurenz Wenk anhören möchte, kann sich die Videos auf der Facebookseite der Band „Windstärke 12“ ansehen: www.facebook.com/windstaerke12band.com

Von Pascal Ernst

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