Familienmusical „Das Dschungelbuch“ macht auch beim zweiten Mal Spaß

Munteres Stück mit Tiefgang

Schmieden einen bösen Plan: Schakal Tabaqui (Stefan Reck, links) und Tiger Shir Khan (Markus Gertken). Foto: HZ-Archiv/Konopka

Bad Hersfeld. Wolfsgeheul in der Stadt. Nach der Wiederaufnahme-Premiere des Familienmusicals „Das Dschungelbuch“ hörte man überall in der Stadt entweder den mitreißenden „Honigbären-Blues“ oder Kinder, die das Geheul des Wolfsrudels nachahmten. Das Musical mit der Musik von Wolfgang Schmidt und den Texten von Gerold Theobald in der Inszenierung von Janusz Kica macht auch im zweiten Jahr richtig Spaß.

Das liegt zu allererst an dem hochkarätig besetzten, spielfreudigen und sangeskräftigen Ensemble, das fast vollständig zurückgekommen ist. Lediglich Wolfsmutter Raksha und Affenkönigin Elli, die im vergangenen Jahr von Marie-Therese Futterknecht gespielt wurden, mussten ersetzt werden, weil Futterknecht kurz vor der Geburt steht. Dem Vernehmen nach sollen es Zwillinge werden. Anja Brünglinghaus ist jedoch mehr als nur ein Ersatz und fügt sich als liebevoll-energische Wolfsmutter und schräge Affenfürstin nahtlos in die Inszenierung ein.

Und so erleben die Zuschauer auch in diesem Jahr wieder eine muntere Inszenierung mit Tiefgang, die lediglich die Geschichte und die Namen der Figuren mit dem bekannten Disney-Film gemein hat, ansonsten aber völlig eigenständig ist.

Für junge und ältere Besucher stellt sich dabei die ganz grundsätzliche Frage „Wie will ich mein Leben gestalten und mit wem will ich leben?“, ebenso wie die Frage nach Anstand und Fairness, nach dem Umgang mit eigenen Ängsten und der Überwindung von Grenzen.

All das ist kurzweilig und höchst vergnüglich aufbereitet, nicht zuletzt wegen witziger Figuren (unter anderem Stefan Reck als Schakal Tabaqui und Geider Chil, Markus Gertken als Affenkönig Lui und Tiger Shir Khan und natürlich Uli Wewelsiep als gemütlicher, musikbegeisterter Bär Baloo).

Auch wenn das Stück auch beim zweiten Mal Spaß macht: Für viele Schulen und Kindergärten ist so eine Wiederaufnahme problematisch, weil sie dann doch noch lieber ein neues Stück sehen wollen.

Von Christine Zacharias

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