SPD und Grüne setzen auf weitere Zusammenarbeit mit Holk Freytag – Gut aufgestellt

Müssen nicht bei Null beginnen

Bad Hersfeld. Bei der Erarbeitung ihres Konzepts für „Weiterbestand und Entwicklung der Bad Hersfelder Festspiele“ mussten die Stadtverordneten von SPD und Grünen nach den Worten von Monika Schmidt (Grüne) „nicht bei Null beginnen, weil die Festspiele gut aufgestellt sind.“

Außerdem hätten die Vorstellungen von Ex-Intendant Holk Freytag sowie des Vorsitzenden der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine, Helgo Hahn, Pate gestanden. Die Vorstellungen von Bürgermeister Thomas Fehling, der früher im Jahr mit einem eigenen Konzept an die Öffentlichkeit gegangen war (unsere Zeitung berichtete), „fanden Berücksichtigung“, sagte Schmidt.

Im Kern setzt die Fraktion auf eine weitere Zusammenarbeit mit Holk Freytag, dem Ende Juli durch einen Mehrheitsbeschluss des Magistrats fristlos gekündigt worden war. Begründet wurde die Entlassung mit der angeblich nicht vorhandenen Bereitschaft des Intendanten, finanzielle Vorgaben einzuhalten.

Dieser Lesart widersprachen Schmidt und ihr Fraktionskollege Gerhard Finke (SPD), denn Freytag habe einen Spielplan für 2015, aber keinen Wirtschaftsplan vorgelegt. Außerdem sei er zu den geforderten Einsparungen bereit gewesen.

Für nächstes Jahr soll nach dem Willen der Fraktion das bereits angedeutete Programm mit drei Wiederaufnahmen sowie dem Musical „Cabaret“ und den Schauspielen „Der zerbrochene Krug“ und „Berlin Alexanderplatz“ umgesetzt werden. Flankiert werden soll dies jedoch durch professionelles Sponsoring und Marketing.

Am Beispiel Weimar zeigte Monika Schmidt auf, wie eine Stadt durch ein qualitätsvolles Kulturangebot dem demographischen Wandel trotzt. „Es ist falsch, wenn man glaubt, der Stadt einen Gefallen zu tun, wenn man an der Kultur spart“, sagte sie.

Im künstlerischen Bereich, so die Ansicht der Fraktion, müsse der Intendant uneingeschränkt das Sagen haben. Wirtschaftlich könne er mit einem gleichberechtigten Verwaltungsdirektor zusammen arbeiten. Aber auch der müsse ein Freund der Festspiele sein, forderte Schmidt mit einem Augenzwinkern.

Für die Zusammenarbeit mit der Oper in der Stiftsruine sieht die Fraktion zwei Möglichkeiten, wobei die Integration der Oper unter dem Dach der Festspiele nicht einfach sei.

Ein weiteres Nebeneinander als zweite Variante sei denkbar, meinen SPD und Grüne, müsse aber neu geregelt werden, was Musikveranstaltungen und Nutzungszeiten in der Stiftsruine angeht.

Von Karl Schönholtz

Kommentare