Wahlsieger Christian Grunwald im Gespräch: Ich habe mein Bestes gegeben

„Müssen jetzt loslegen“

Auf Händen getragen: Werner Petzner, ein Querkopf und Rotenburger aus Leidenschaft, hat sich bei der CDU-Wahlparty im „Moritz“ Christian Grunwald geschnappt. Der hielt sich den ganzen Abend an einem einzigen Bier fest, erzählte er. „Da hatte ich etwas zum Anstoßen und habe trotzdem einen klaren Kopf behalten.“ Foto: Schankweiler -Ziermann

Rotenburg. Der rauschende Wahlerfolg ist noch nicht so richtig bei Rotenburgs künftigem Bürgermeister Christian Grunwald angekommen. Fast 60 Prozent der Wählerstimmen hat er am Sonntag erhalten. Im Redaktionsgespräch am Montagmorgen schüttelt er immer mal wieder den Kopf, wenn er den Sonntag Revue passieren lässt.

„Ich hatte mir schon Gratulationsworte für Herrn Fehr überlegt“, gibt er offen zu. „Aber dass ich eine Dankesrede halten muss, darauf war ich nicht vorbereitet.“ Für ihn wäre auch ein knappes Ergebnis zu seinen Ungunsten erträglich gewesen. „Ich habe einfach mein Bestes gegeben. Offenbar habe ich mit meinen Themen auch den Nerv getroffen und konnte viele Menschen mobilisieren.“

Große Erwartungen

Den Wahlausgang fasst Christian Grunwald als Signal auf: „Das kann man nur in Demut annehmen.“ Der riesigen Erwartungshaltung, die damit verknüpft ist, ist sich der 34-Jährige bewusst. Gerade junge Leute hat er geradezu euphorisiert. Die kann man nicht vertrösten, die wollen ihn weiter als Partner, fordern, dass sie bei der Stadtgestaltung mitgenommen werden.

„Wir müssen jetzt einfach loslegen, damit wir im März etwas in der Schublade haben, um den im Wahlkampf begonnen Weg fortzusetzen.“ Dazu zählten eben jene Bürgerrunden, an denen auch Menschen teilnahmen, die sich bislang in der Politik nicht engagiert hatten. Die will er fortsetzen. Genauso wie das, was er fast gebetsmühlenartig als Kommunikation beschreibt. „Ich will die Ideen der Bürger aufgreifen und umsetzen. Man darf nicht alles beiseite wischen mit dem Hinweis auf fehlendes Geld. Wenn man von einer Idee nur 30 Prozent umsetzt, ist das doch auch schon etwas.“

Zusammenarbeiten will er mit allen Fraktionen, muss sich Mehrheiten für seine Pläne suchen. Dass er aus einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus stammt und auch mal den Jusos angehörte, sieht er durchaus als verbindendes Element.

Dass ihm Manfred Fehr die Gestaltung des Haushaltsplanes 2012 antragen will, beweist Grunwald „die Größe“ Fehrs. Dieser habe sich fast 18 Jahre lang um die Stadt verdient gemacht, das dürfe man nicht vergessen, mahnt der junge Wahlsieger fast staatsmännisch.

Keine Zweifel hat er daran, dass ihm Bodenhaftung erhalten bleibt. „Dafür sorgt schon meine Familie.“ Dann grinst er: „Ums Bügeln werde ich auch weiterhin nicht rumkommen.“

Seinen Kindern ist das neue Amt ihres Vaters noch egal. Beim Betrachten der Bilder auf hna-online interessierte Sohn Jonas nur eins: „Wo ist die Tüte Lachgummis, die Du auf dem Foto in der Hand hältst?“

Von Silke Schäfer-Marg

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