Ulrike und Peter Maibaum informieren für den Tierschutzverein über Igel-Aufzucht

Müsli für die Wildtiere

Putzig, aber kein Haustier: Igel sind Wildtiere, aber als gefährdete Art besonders schützenswert. Deshalb dürfen verletzte, kranke und hilflose Igel kurzzeitig gepflegt werden. Foto: Archiv-Bild

Bad Hersfeld. Ulrike und Peter Maibaum haben längst Hochsaison. Die beiden sind seit Ende der 90er Jahre für den Hersfelder Tierschutzverein als Igelberater im Einsatz und wenn die Weibchen im August Junge bekommen, beginnt etwa ab September, Oktober die Igelsaison.

Viele Menschen finden dann junge Igel im Garten oder auf der Straße, die auf Hilfe angewiesen sind, wenn sie nicht genug wiegen, um den Winter zu überleben, krank oder verletzt sind. 40 bis 50 Anfragen „bearbeiten“ die Maibaums pro Saison, bis Anfang November waren es in diesem Jahr schon 30. Mitte November sollten Jungigel 450 bis 500 Gramm wiegen.

Vor dem Tierheim abgestellt

Zu ihrem „Posten“ kamen Ulrike und Peter Maibaum eher zufällig über die ersten Igel, die damals einfach vor dem Tierheim abgestellt worden waren. Die Maibaums lasen sich in das Thema ein und pflegten zeitweise bis zu zehn hilfsbedürftige Igel zu Hause. Inzwischen nehmen sie nur noch kurzzeitig Notfälle auf, die mit Medikamenten versorgt werden müssen. „Wir haben bestimmt um die hundert Igel aufgepäppelt“, sagt Ulrike Maibaum. Irgendwann sei es aber zeitlich einfach nicht mehr mit dem Beruf zu vereinbaren gewesen.

Finder klären die Maibaums unter anderem über die Schlaf- und Fressgewohnheiten der Tiere auf, sie leiten sie in der Pflege an, machen mit ihnen eine Bestandsaufnahme, behandeln Floh- und Zeckenbefälle der Igel und drängen bei Bedarf auf einen Besuch beim Tierarzt. Außerdem verleihen die Berater bei Bedarf vom Tierschutzverein finanzierte Käfige, Näpfe und stellen eine Grundausstattung an Igelfutter zur Verfügung sowie Infobroschüren.

„Die Igelpflege ist nicht kompliziert“, will Ulrike Maibaum die Scheu vor der Aufzucht der gefährdeten Tiere nehmen. Als Nahrung eigne sich Dosenfutter für Katzen ohne Fisch oder spezielles Trockenfutter, „Igelmüsli“ genannt. Zum Trinken sollte man Igeln Wasser geben, Milch vertragen sie nicht.

Zutraulich

Am besten aufgehoben sind Igel in einem Käfig oder einer Kiste mit Zeitungspapier und Unterschlupf bei 12 bis 14 Grad. Wer sich vor Pieksern schützen will, trägt am besten Handschuhe. „Igel sind aber eigentlich sehr zutraulich und gewöhnen sich schnell an Menschen“, hat Maibaum festgestellt. Klar ist aber auch: Igel sind natürlich Wildtiere und keine Haustiere.

Die Maibaums haben übrigens auch schon einen Igel mit Brandwunden aufgepäppelt. Da Igel sich gerne in Reisig-, Laubhaufen oder Holzstapeln aufhalten, sollten Gartenbesitzer diese aufschütteln oder umschichten, bevor sie solche Igelbehausungen anzünden. Hintergrund

Die Igelberatungsstelle ist über den Hersfelder Tierschutzverein, Telefon 06621/916485, oder das Tierheim, 06621/64640 zu erreichen.

Von Nadine Maaz

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