Lullus-Sportpark: SPD-Chef wirft Bürgermeister Verschleppung vor

Müller greift Fehling an

Bad Hersfeld. Bürgermeister Thomas Fehling soll das Verfahren zum Bau des Lullus-sportparks verschleppt haben. Das erklärt der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Gunter Müller und reagiert damit auf einen kritischen Leserbrief von Michael Ernst, dem 3. Vorsitzenden der SG Hessen Hersfeld (HZ vom 15. Mai). Ernst hatte darin das Abstimmungsverhalten von SPD und Grünen scharf kritisiert. Müller indes findet, die Fraktion würde in dem Leserbrief zu unrecht „beschimpft und verunglimpft“.

Müller weist darauf hin, dass die SPD den Bürgermeister seit Jahren aufgefordert habe, eine seriöse Finanzierung und Planung des Sportparks vorzulegen. „Leider hat der Bürgermeister noch nicht einmal einen Förderbescheid vorlegen können, obwohl der Herr Ministerpräsident bereits im letzten Jahr seine Unterstützung zugesagt hatte.“ Müller wirft Bürgermeister Fehling deshalb vor, das ganze Verfahren verschleppt und damit vielleicht tatsächlich eine Chance für die Stadt vertan zu haben. Ein verantwortungsbewusster Bürgermeister hätte das Stadtparlament erst eingeschaltet, wenn ein Förderbescheid vorliegt. „Aber Herr Fehling hat über Jahre der Öffentlichkeit nur Ankündigungen gemacht, ohne diesen Taten folgen zu lassen.“

„Notbremse gezogen“

Angesichts der sich rapide verschlechternden Finanzlage der Stadt hätten „verantwortliche Politiker nun wegen des Vorgehens von Herrn Fehling die Notbremse gezogen“. Über sechs Millionen an Investitionen für den Lullus-Sportpark bei gleichzeitiger Verabschiedung eines negativen Haushaltes wären gegenüber der Kommunalaufsicht schwer darstellbar gewesen, meint Müller.

Gleichwohl habe sich gerade die SPD in Bad Hersfeld immer für die Vereine eingesetzt und sei deshalb von einigen politischen Mitbewerbern beschimpft worden. Die SG Hessen-Hersfeld habe sogar höhere städtische Zuschüsse erhalten als andere Vereine. Zu Recht, meint Müller.

In der Stadtpolitik gehe es aber nicht um Erfolge des Bürgermeisters, sondern um das Wohl unserer Stadt. Dieses Wohl könne ein Bürgermeister positiv beeinflussen, wenn er etwa mitwirke, dass neue Arbeitsplätze entstünden, der Haushalt seriös sei und die Kultur- und Freizeitangebote verbessert würden. „In all diesen Punkten muss die SPD leider feststellen, dass der amtierende Bürgermeister seine Wahlversprechen nicht einhält“.

Dies werde wohl nicht nur Vereinsmitgleider sondern alle Wahlberechtigten in Bad Hersfeld bei der nächsten Wahl beschäftigen. (red/kai)

Die ungekürzte Erklärung von Gunter Müller finden Sie im Internet.

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