Am Schillerplatz liegen seit Montag Köder aus – Taubenhaus nur „Nebenschauplatz“

Müll lockt die Ratten an

Rückt den unerwünschten Nagern zu Leibe: Marco Landow zeigt einen Rattenköder. In den schwarzen Plastikboxen, die sicher verschlossen werden, befinden sich Schälchen mit vergiftetem Lockfutter. Die Tiere sterben drei bis fünf Tage nach der Aufnahme des Köders. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Dichtes Grün und allerhand Müll: Im Bereich Schillerplatz fühlen sich die Ratten wohl. Um den Nagern den Garaus zu machen, hat die Stadt die Schädlingsbekämpfer der Firma Landow beauftragt. Die ersten Köder haben Marco und Michael Landow nun am Montag ausgelegt.

Etwa ein Dutzend der gut verschlossenen schwarzen Plastikboxen sind zunächst im Einsatz. Darin befindet sich eine grünliche Paste, in der neben ein paar Körnern auch Gift enthalten ist. Etwa drei bis fünf Tage nach Aufnahme des Futters sterben die Ratten – meist unbemerkt in ihrem Bau oder der Kanalisation. Wie lange es dauert, bis die Aktion erfolgreich beendet ist – sprich: der Befall getilgt ist – könne man noch nicht sagen, erklärt Michael Landow. „Das kann sich über mehrere Wochen hinziehen. Ratten sind intelligente Tiere.“

Schilder weisen auf Köder hin

Eine Gefahr für Mensch und anderes Getier bestehe durch die Köder nicht. „Solange die Behälter nicht mutwillig zerstört werden und Hunde an der Leine geführt werden, kann eigentlich nichts passieren“, so Michael Landow. Der betroffene Bereich ist entsprechend gekennzeichnet, auf die einzelnen Boxen weisen zusätzliche Schilder hin.

Geregelt ist das Auslegen von Rattenködern im öffentlichen Raum durch das Tierschutzgesetz und das Bundesseuchengesetz. Alle zwei bis drei Tage werden die Köder von den Schädlingsbekämpfern kontrolliert. Ratten sind in erster Linie Überträger von Infektionskrankheiten. Im Fell tragen sie den „Dreck“ aus der Kanalisation hinaus zum Menschen. Hauptursache für die zahlreichen Ratten am Schillerplatz sind laut des Bad Hersfelder Stadtsprechers Meik Ebert herumliegender Müll und der dichte Bewuchs im Bereich der Stadtmauer und der Geis. Das Taubenhaus dort sei eher ein „Nebenschauplatz“. Das sieht auch Michael Landow so: „Das Problem sind Müll und Essensreste sowie Wildpinkler. Hier fühlen sich die Tiere wohl.“ So sei es auch nur eine Frage der Zeit, bis das Problem erneut auftrete. Als erste Maßnahmen vonseiten der Stadt soll künftig der grüne „Wildwuchs“ eingedämmt werden, kündigt Meik Ebert an. (nm) Hintergrund rechts

Kommentare