Vorstand hält Verhandlungen mit AZV dennoch für aussichtslos

Müll-Fusion im Landkreis: MZV stimmt Gesprächen zu

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Bebra. Ja zu Gesprächen über eine Fusion, aber kaum Glaube an einen Abschluss: Die Mitglieder des Müllabhol-Zweckverbands Rotenburg – Sitz Bebra – (MZV) haben Vorbereitungen zu einem Zusammenschluss mit dem Abfallwirtschafts-Zweckverband im Landkreis Hersfeld-Rotenburg (AZV) zugestimmt.

Dass der AZV die Voraussetzungen akzeptiert, glauben sie jedoch nicht. Der Beschluss wurde mit zwei Gegenstimmen gefasst. Verhandeln will man nur unter folgenden Bedingungen: keine Entlassungen, Sicherung und Ausbau des Standortes Bebra sowie Ausbau des Fuhrparks und der MZV-Service GmbH zu Dienstleistern. „Eine Fusion kann nur erfolgen, wenn wir davon profitieren“, sagte Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald, der im Vorstand des MZV sitzt, „und das ist aus meiner Sicht aussichtslos, weil wir gut aufgestellt sind.“ Ein Redeverbot solle man sich aber dennoch nicht erteilen. So sieht es auch der Vorstandsvorsitzende Hartmut Grünewald, der sich den Fusionswillen des AZV so erklärt: „Der AZV will keine Abrechnungen mehr mit uns machen, weil wir immer die Fehler darin feststellen. Ich hab’s satt.“ Für viel Diskussionsbedarf sorgte ein von Lothar Knoth (SPD) eingebrachter Änderungsantrag, der darauf abzielte, zunächst eine neue öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen den Verbänden abzuschließen. „Die wollen wir seit 2012“, sagte Grünewald, „das wäre nur eine weitere Verzögerung.“ Die Versammlung lehnte den Antrag ab. Mitte Mai hatte der AZV seinerseits bereits beschlossen, Gespräche über eine Fusion aufzunehmen. Verhandlungsbereitschaft und Bedingungen des Rotenburger Verbandes wollte AZV-Geschäftsführer Georg Körner gestern nicht kommentieren. „Das muss erst im Vorstand besprochen werden“, sagte er.

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