Bluttat am Frauenberg

Bad Hersfeld: Ermittlungen laufen nach Tötungsversuch auf Hochtouren

Bad Hersfeld - Bad Hersfeld. Im Fall des versuchten Totschlags im Bad Hersfelder Stadtteil Frauenberg, bei dem am 19. Januar dieses Jahres eine 62-jährige Frau lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitt, ist der Polizei noch kein Durchbruch gelungen.

„Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren“, versicherte Harry Wilke, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft in Fulda, auf Anfrage unserer Zeitung. Wilke sprach jedoch von „mühsamer Kleinarbeit“ und dem Versuch, einzelne Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen.

Eines dieser Puzzlteile ist ein Zettel, der sich wenige Tage nach dem Vorfall im Briefkasten des Wohnhauses in der Karl-Güntzel-Straße fand. „Das war erst der Anfang“ stand darauf geschrieben. Das Papier wird derzeit kriminaltechnisch untersucht. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor.

Das Opfer, das mehrere Tage im Koma lag, befindet sich mittlerweile in einer Rehaklinik, ist aber noch nicht vernehmungsfähig. Die Polizei, die die Frau anfangs rund um die Uhr bewacht hatte, sorgt weiterhin für ihre Sicherheit.

Denn im Visier der Ermittler befindet sich auch der 64 Jahre alte Ehegatte, ein Hersfelder Geschäftsmann. Der war zur Tatzeit zwischen 17 und 19 Uhr angeblich mit dem Hund spazieren. Währenddessen hatte ein anonymer Anrufer der Polizei mit unterdrückter Nummer die Nachricht „Frau tot“ und die Adresse mitgeteilt. Polizei und Rettungsdienst fanden die 62-Jährige daraufhin bewusstlos auf dem Wohnzimmersofa liegend.

Eine Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden. Allerdings fehlt im Haus ein Pokal, mit der der Frau die schweren Schädelverletzungen zugefügt worden sein könnten.

Ungereimtheiten

Wegen „gewisser Ungereimtheiten“ wurde zwischenzeitlich auch der Ehemann als Beschuldigter vernommen (unsere Zeitung berichtete). Der 64-Jährige stritt die Tat jedoch ab. Ein Haftbefehl wurde nicht erlassen.

Die Bluttat vom Frauenberg ist nach wie vor Stadtgespräch in Bad Hersfeld. Das weiß auch Staatsanwalt Wilke, der sich in diesem „rundum merkwürdigen Fall“ in enger Zusammenarbeit mit der Polizei um „eine schnelle Entscheidung – so oder so“ bemüht.

Von Karl Schönholtz

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