250 Dinge, die wir an der Region mögen (151): Das Gelände des MSC Bad Hersfeld

Wo die Motoren dröhnen

Das Grasbahngelände des MSC Bad Hersfeld aus der Luft betrachtet. Am 24. August wird hier alles anders sein. Dann wird das Europameisterschafts-Halbfinale der Seitenwagenklasse in Bad Hersfeld ausgetragen. Foto: Folmeg/nh

Bad Hersfeld. Der 58 Jahre alte Traditionsverein gehört mit seinen rund 80 Mitgliedern eigentlich zu den kleineren Clubs im Deutschen Motorsportverband. Doch weil er mittlerweile vier Großveranstaltungen pro Jahr auf dem Gelände unterhalb des Johannesbergs ausrichtet – neben dem Grasbahnrennen sind das die Quadmeisterschaften, das Opel-Treffen sowie die Mückenstürmer-Classics – ist er einer der aktivsten.

Vielen Hersfeldern bietet der Club schon seit Jahrzehnten eine sportliche wie gesellschaftliche Heimstatt. Das hat etwas mit der familiären Atmosphäre zu tun.

Von der anfänglichen Konzentration auf Bahnsport-Veranstaltungen auf der heimischen Grasbahn hat der Verein gerade in den letzten Jahren sein Betätigungsfeld geschickt ausgeweitet.

Doch die Geschichte des Vereins im Detail: Es lag nahe, wegen der zunehmender Motorisierung nach dem Zweiten Weltkrieg in einem Verein die gemeinsamen Vorlieben zu verwirklichen.

In Bad Hersfeld waren es hauptsächlich junge Motorradfahrer, die gerne Rennen fahren wollten. So trafen sich am Abend des 7. November 1952 achtzehn junge Männer in Bad Hersfeld in einer kleinen Weinstube, um den Motorsportclub Bad Hersfeld aus der Taufe zu heben. Zum 1. Vorsitzenden wurde damals Robert Patry gewählt.

Die ersten Veranstaltungen waren Geländeläufe mit Solo- und Gespann-Maschinen. Schon damals war Helmut Bechtel sehr erfolgreich. Doch dann wurde diesen Veranstaltungen durch zu hohe Pachtforderungen ein frühes Ende beschert und man verlegte sich auf Zuverlässigkeitsfahrten mit Pkws. In der Hersfelder Zeitung war im Oktober 1956 zu lesen: „MSC Bad Hersfeld erfolgreichster Motorsportverein in Hessen“. 1958 war der Startschuss für die Karriere des Clubs als Veranstalter von Grasbahnrennen.

1974 zogen die Hersfelder in das Areal unterhalb des Johannesbergs um. Es war ein spektakuläres Unternehmen. Der Start- und Zielturm wurde komplett auf einen Tieflader verladen und abtransportiert.

Im Jahr 1986 betrat der MSC Bad Hersfeld internationales Parkett und richtete das Halbfinale der Grasbahn-Europameisterschaft für Seitenwagen aus. Durch diese erfolgreiche Veranstaltung gelang es immer wieder, internationale Spitzenfahrer zu verpflichten.

Rennen am 24. August

Das Internationale Grasbahnrennen am 24. August wird wieder das Highlight des Jahres für den MSC Bad Hersfeld sein. Semifinal-Läufe zur Europameisterschaft bilden den Höhepunkt dieses beeindruckenden Wettbewerbs unter Flutlicht.

Von Hartmut Wenzel

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