Verteidiger prüft Antrag auf weiteren Gutachter

Mordprozess könnte platzen

Fulda/Bad Hersfeld. Welchen Einfluss hat der Alkoholpegel von mehr als drei Promille auf die Brutalität der beiden Männer, die im Februar 2012 einen Obdachlosen tot prügelten? Diese Frage muss jetzt das Landgericht Fulda beantworten.

Die Erste Strafkammer des Landgerichts hatte im Oktober 2012 die beiden Angeklagten, die jetzt wieder vor Gericht stehen, zu langen Haftstrafen verurteilt: Ein 23-Jähriger, die die tödliche Gewaltorgie angezettelt hatte, wurde zu 14 Jahren Haft, der 25 Jahre alte Mittäter zu elf Jahren und zwei Monaten verurteilt – wegen Mordes. Die beiden Männer aus dem Bad Hersfelder Obdachlosenmilieu hatten nachts im Bad Hersfelder Bahnhof solange auf einen 47 Jahre alten Mann eingeschlagen und eingetreten, bis sich dieser nicht mehr rührte. Wenige Minuten nach dem Ende der Gewalt starb das Opfer.

Die Verurteilung wegen Mordes ist nicht zu beanstanden, urteilte der Zweite Senat des Bundesgerichtshofs im Juni dieses Jahres. Allerdings müsse sich eine andere Schwurgerichtskammer des Landgerichts noch einmal mit der Höhe der Strafe beschäftigen. Denn die Erste Kammer hatte die langjährigen Haftstrafen auch damit begründet, dass die Täter mit äußerster Brutalität vorgegangen seien.

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