Mord von Meckbach: Prozess beginnt morgen

Fulda/Meckbach. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts Fulda beginnt morgen der Prozess um den Mord von Meckbach. Angeklagte sind eine 40-jährige Frau aus dem Ludwigsauer Ortsteil, ihre 19 Jahre alte Tochter sowie deren 20-jähriger Freund aus Großalmerode.

Staatsanwalt Andreas Hellmich wirft ihnen gemeinschaftlich begangenen Mord vor. Die Angeklagten sollen am Abend des 26. Juni vergangenen Jahres gemeinsam beschlossen haben, den Ehemann der Angeklagten Sonja H. zu töten, da er der weiteren Lebensplanung der drei Angeklagten im Wege stand.

Nachdem sich das spätere Opfer alkoholisiert zu Bett gelegt hatte, sollen sich alle dreiAngeklagte in das Schlafzimmer begeben haben, um das Opfer zu ersticken.

Dieser Tatversion widerspricht jedoch bereits im Vorfeld des Prozesses der Verteidiger von Sonja H., der Bad Hersfelder Rechtsanwalt Jochen Kreissl.

Das Zimmer verlassen

Seine Mandantin habe das Schlafzimmer vor dem letzten Tötungsakt verlassen, sei also vom ursprünglichen Vorhaben zurückgetreten, erklärte Kreissl gegenüber unserer Zeitung. Wie dies juristisch zu bewerten ist, das ließ er vorläufig offen.

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Sonja H.'s Tochter wird in Fulda vom Bebraer Rechtsanwalt Harald Ermel verteidigt, Rechtsbeistand von deren Freund ist Anwalt Jochen Paulus aus Alheim.

Weil die beiden jüngeren Angeklagten möglicherweise auch nach Jugendstrafrecht verurteilt werden könnten, wird vor der 2. Strafkammer des Landgerichts als Schwurgericht verhandelt. Deren Vorsitzender ist Richter Joachim Becker.

Mit dem morgigen Auftakt sind bisher sieben Sitzungstage bis zum 5. Februar terminiert. Ob dann bereits ein Urteil gefällt werden kann, hängt vom Verlauf des Prozesses ab.

Von Karl Schönholtz

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