Der Schriftsteller Heiger Ostertag macht die Hersfelder Zeitung zum Ort des Verbrechens

Mord in der HZ-Redaktion

Sie planen einen Mord: Dr. Heiger Ostertag (2. von links) mit Christian Mayer, Dr. Rolf Göbel und Markus Pfromm (von links).

Bad Hersfeld. Kann man mit einer Stracken einen Menschen umbringen? Mit solchen und ähnlichen morbiden Fragen beschäftigt sich derzeit Heiger Ostertag. Denn der promovierte Militärhistoriker und Schriftsteller aus Stuttgart plant einen Mord. Klar ist derzeit nur eins: Tatort ist die Redaktion der Hersfelder Zeitung. In den 250 Jahren ihres Bestehens hat unsere Zeitung schon über viele Morde und Grausamkeiten berichten müssen. Aber jetzt geht bei der HZ die Angst um: Sitzt der Täter mitten unter uns in der Redaktion?

Spuren der Vergangenheit

Allzu viel will Heiger Ostertag bei seinem Recherchebesuch in Bad Hersfeld noch nicht verraten. Die Geschichte entwickelt sich langsam, mit jedem Schauplatz kommen neue Ideen. Eigentlich „mordet“ Ostertag rund um Stuttgart und auf der Schwäbischen Alb. Seine Regionalkrimis sind in Süddeutschland sehr gefragt. Aber jetzt schickt er seinen Protagonisten, den Tübinger Archivar Hans Venner, auf die Reise. Denn in alten Dokumenten ist Venner auf den Namen Georg Christoph Mohr gestoßen. Der gelernte Buchdrucker war 1752 aus Tübingen nach Hersfeld gekommen und hatte 1763 unsere Zeitung gegründet. Aber was hat diese alte Geschichte mit der Gegenwart zu tun? Wir werden sehen.

Ostertag ist 58 Jahre alt und stammt aus Itzehoe bei Hamburg. Nach dem Abitur geht Ostertag zur Luftwaffe und absolviert die Offiziers- und eine Flugausbildung. Danach studiert er in Freiburg Skandinavistik, Germanistik und Geschichte und bleibt in Süddeutschland hängen. Viele Jahre arbeitet er als Dozent für Geschichte in München und betreibt am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg weitere Studien. Heute ist Ostertag als Autor und Historiker vor allem in der Lehre tätig.

Nebenbei schreibt er Kriminalromane: „Die Geschichte ist blutig, es gab viele Morde, und es wurde viel gelogen“, erklärt Heiger Ostertag. Da war es für ihn nur ein kleiner Schritt vom Historiker zum Krimiautor. Bisher hat er sechzehn Romane veröffentlicht. Die genauen Recherchen des Historikers helfen ihm bei seiner Arbeit. Zur Vorbereitung seiner Romane macht er auch viele Fotos, so auch bei seinem jüngsten Besuch in Bad Hersfeld.

Krimi zum Jubiläum

Der Kontakt in die Festspielstadt kam übrigens durch seinen Bruder zu Stande, der hier viel Zeit verbracht hat. Er regte ihn dazu an, einen Krimi zwischen Festspielen und Lullusfest anzusiedeln. Und mit der traditionsreichen Hersfelder Zeitung war für den Autor auch schnell der potenzielle Tatort ausgemacht. Pünktlich zum 250-jährigen Bestehen der Hersfelder Zeitung im kommenden Jahr soll der Krimi erscheinen.

Bei seinen Recherchen in Bad Hersfeld wird Ostertag von HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm, Kurdirektor Christian Meyer und dem passionierten Historiker Dr. Rolf Göbel beraten. Demnächst will Heiger Ostertag zur Recherche auch einen Tag in der HZ-Redaktion verbringen. Wir werden genau aufpassen, ob er eine Stracke dabei hat.

Von Kai A. Struthoff

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