Norwegisches Duo mit Gitarre und Saxophon zu Gast im Bad Hersfelder Buchcafé

Moderner Jazz aus Skandinavien

Ein Duo, das sich musikalisch exzellent ergänzt: Saxofonist Karl Seglem (links) und Sängerin Elin Furubotn bei ihrem Auftritt am Donnerstagabend im Bad Hersfelder Buchcafé. Foto: Rödiger

Bad Hersfeld. Die norwegische Sängerin Elin Furubotn gilt trotz ihres nicht kommerziellen Musikstils in ihrer skandinavischen Heimat als absolut radiotauglich. Dies liegt mit Sicherheit nicht zuletzt auch an ihren romantischen Songtexten. Gemeinsam mit ihrem Bühnenpartner Karl Seglem am Saxofon kreiert sie lebensfrohe Lieder, die voll von zarter Emotionalität, von wunderschönen Melodien und jazzigem Zwiegespräch sind und bewusst maximal im Midtempo-Bereich angesiedelt wurden.

„Ein neuer Weg“

Insofern sind die beiden skandinavischen Künstler geradezu prädestiniert, in der neuen Buchcafé-Konzertreihe „blaupause.13“, die sich über das Schlagwort „Entschleunigung“ mitdefiniert, ihre Songs live zu präsentieren.

Am Donnerstagabend stellten die beiden Furubotns erstes internationales Album „Heilt Nye Vei“ (zu deutsch: „Ein neuer Weg“) live im Bad Hersfelder Buchcafé vor und faszinierten mit ihrer sparsam arrangierten akustischen Musik das Bad Hersfelder Publikum.

Sängerin und Gitarristin Elin Furubotn war das Text-Verständnis ihrer Eigenkompositionen sehr wichtig. Auf Englisch moderierte sie zwischen den Liedern und fasste die Inhalte ihrer norwegischen Liedtexte kurz für das Publikum zusammen.

Die helle und glasklare Gesangsstimme der jungen Norwegerin lud häufig zum Träumen ein. In leisen Songpassagen flüsterte sie fast und hauchte ihre leisen melodischen Zeilen gefühlvoll in das Mikrofon.

Saxofonist Karl Seglem ist dabei immer akustisch präsent. Er beantwortet die musikalischen Fragen von Furubotn und führt durch seine sehr jazzigen Improvisationen die Pop-lastigen Kompositionen der jungen Skandinavierin konsequent in Richtung „Contemporary Jazz“.

Aus seinem Instrument holt Seglem alles Mögliche heraus, laute Blasgeräusche, die an Meeresrauschen erinnern, und einfaches rhythmisches Tastengeklapper inklusive.

Als „Sahnehäubchen“ hatte Seglem ein weiteres Blasinstrument parat, welches wohl die wenigsten im Publikum je zuvor zu Gehör bekamen, ein Ziegenhorn. Geschnitzt aus dem Horn eines Ziegenbocks, wirkte dieses mittelalterliche Blasinstrument etwas antiquarisch und wenig flexibel, doch weit gefehlt, auch mit diesem, einst von Ziegenhirten zur Vertreibung von Wölfen kreierten Klangwerkzeug, kann man melodiöse Phrasen erklingen lassen.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer im Konzertsaal des Bad Hersfelder Buchcafés ließen sich gerne auf dieses hochdynamische und höchst-virtuose musikalische Zwiegespräch ein und applaudierten begeistert ob dieser hochprofessionellen Live-Performance aus Skandinavien. (rö)

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