Zeugnisübergabe in der Stiftsruine

Modellschule Obersberg verabschiedete ihre Absolventen

Geschafft: Schulleiter Karsten Backhaus gab in der Bad Hersfelder Stiftsruine die Abiturzeugnisse an die Abiturientinnen und Abiturienten aus. Fotos: Apel

Bad Hersfeld. Im wunderbaren Ambiente der nicht nur für „Herrschfeller“ schönsten Bühne der Welt wurden am Samstag zum dritten Mal die Abiturienten und die Absolventen der Fachoberschule der Modellschule Obersberg (MSO) verabschiedet.

Fast alle Abgänger waren mit Eltern, Geschwistern, Verwandten und Freunden in die Stiftsruine gekommen und natürlich auch diejenigen, die sie auf dem Obersberg auf dem Weg zur Reife begleitet hatten: Lehrer und Schulverantwortliche, allen voran Schulleiter Karsten Backhaus, der gratulierte und den von der MSO („Wir nehmen unseren Auftrag ernst!“) optimal auf den Beginn ihres neuen Lebensabschnitts vorbereiteten Abgängern alles Gute für die Zukunft wünschte.

Auch diesmal war es eine gelungene Feier, die ihr besonderes Gepräge durch die freie, wohldurchdachte Abiturrede des Staatsministers im Auswärtigen Amt, Michael Roth, erhielt. Der Bundestagsabgeordnete begann mit der Feststellung: „Als ich so alt war wie Ihr, stand ich Typen, von denen ich jetzt selbst einer bin, ziemlich skeptisch gegenüber. Und auch deren Ratschlägen, bei denen ich gedacht habe: Daran hat sich der Typ doch selber nie gehalten!“ Eingedenk dessen stellte er Fragen – Fragen, die sehr direkt auf das Wesen der Demokratie zielten und unmissverständlich dazu aufforderten, sich zu empören und aufzustehen, wenn gewählte Volksvertreter als Volksverräter beschimpft oder mit dem Tode bedroht werden: „Muss erst noch Schlimmeres passieren?“

Die Europäische Union bezeichnete der SPD-Politiker als Errungenschaft und „Lebensversicherung in Zeiten der Krisen“. Gleichwohl lohne es sich, mitzudenken und miteinander „auf die Reise“ zu gehen. In geordneten Bahnen verlief die Ausgabe der Abitur- und Abschlusszeugnisse, die – wie die ganze Verabschiedung – vom Blechbläserensemble der Modellschule Obersberg, das von Jan Braun geleitet wurde, umrahmt und von einer tänzerischen Einlage des Sportkurses von Christina Grimm bereichert wurde. Mal von links, mal von rechts kamen die Schüler der verschiedenen Tutorengruppen mit ihren Lehrern auf die Bühne, um ihr heiß ersehntes Reifezeugnis in Empfang zu nehmen. Fast jeder Lehrer fand lobende Worte für die gemeinsam erlebte Zeit, die fast immer von ganz besonderen, miteinander verbindenden Ereignissen geprägt war.

Stiftsruine im Herzen

Grußworte sprachen Bürgermeister Thomas Fehling („Behalten Sie die Stiftsruine in Ihrem Herzen!“) und der Vorsitzende des Elternverbands, Bernd Wittich („Beständigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg, und ich wünsche Ihnen den richtigen Schlüssel zur richtigen Zeit am richtigen Ort!“). Matthias Laufer-Klitsch, der Vorsitzende der Ehemaligenvereinigung, überreichte Schulleiter Karsten Backhaus einen 4000-Euro-Scheck. Eine der neuen Ehemaligen, die von Minister Roth für herausragende Verdienste um die Schulgemeinde ausgezeichnete Jennifer Geißel, dürfte vielen aus dem Herzen gesprochen haben, als sie in ihrer Dankadresse allen „Piloten“, die beim Abheben von der Startbahn und bei der Weiterreise geholfen haben – Eltern, Lehrern und „nicht zu vergessen auch dem Mensa-Team“ – dankte. Mit dem Rat „Wer ankommen will, muss weiterreisen“ und der Aufforderung „Glaubt an Euch!“ wünschte sie allen einen „guten Flug“.

Verabschiedungsfeier der MSO in der Stiftsruine

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