Modellprojekt für benachteiligte Jugendliche wird eingestellt

Hersfeld-Rotenburg. Eine wichtige Hilfe für Jugendliche zwischen Schule und Beruf fällt ab Ende des Monats weg: Das sogenannte "Modellprojekt Kompetenzagentur" des Bundes wird im Kreis Hersfeld-Rotenburg eingestellt.

Grund ist, dass die Bundesförderung des Projektes erheblich reduziert wird. Der Kreis kann den fehlenden Anteil aber aufgrund der desolaten Haushaltslage nicht übernehmen. Deshalb ist am Monatsende Schluss mit der Kompetenzagentur.

 Konkret geht es um zwei Stellen an den Beruflichen Schulen in Bebra und in Bad Hersfeld. Der Kreis hat vom Regierungspräsidium die Auflage, keine weiteren freiwilligen Leistungen mehr zu übernehmen. Die beiden Stellen sind aber eine solche freiwillige Leistung.

Die beiden Mitarbeiterinnen der Kompetenzagentur haben seit 2006 an den beiden Beruflichen Schulen Jugendliche unterstützt, die vielfältige Probleme haben. Erstmals gab es ein Hilfsangebot aus einer Hand für diese Jugendlichen nach der Regelschulzeit bis über die Ausbildungszeit hinaus. Die beiden Mitarbeiterinnen sind von sich aus auf die Jugendlichen zugegangen, um sie in berufsvorbereitenden Maßnahmen oder Ausbildung zu vermitteln und Abbrüche zu verhindern. Dabei haben die Mitarbeiterinnen eng mit den Schulen und anderen Einrichtungen der Jugendhilfe zusammengearbeitet.

"Sie war eine feste Institution, Schüler und Lehrer wussten das", bedauert Wolfgang Haas, Schulleiter in Bebra, auf Anfrage. Sozialpädagogin Jeanette Cavalier hat sich nicht nicht nur um die Schüler gekümmert, sondern allgemein um Jugendliche, die aus dem System rausfallen, um besonders Benachteiligte. "Wir versuchen, das in anderer Form aufzufangen," erklärte Vizelandrätin Elke Künholz, und nennt unter anderem die Jobcoaches, die an fünf Schulen im Kreis aktiv sind.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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