MORO-Arbeitsgruppen präsentieren Ergebnisse

Modell für den Kreis nimmt Formen an

Die Mitwirkenden am „MORO-Prozess – Modellvorhaben der Raumordnung Hersfeld-Rotenburg“ im „wortreich“. Foto: nh

Hersfeld-Rotenburg. Das „Modellvorhaben der Raumordnung Hersfeld-Rotenburg“, kurz: Moro-Prozess, nimmt weiter Gestalt an: Nach 16 Monaten Diskussionen, Entwürfen und Modellen haben die fünf Arbeitsgruppen nun ihre Zwischenergebnisse präsentiert. Dabei geht es darum, die Folgen des demographischen Wandels zu bewältigen.

Ärztemangel überbrücken

Laut Prof. Rainer Winkel vom Deutschen Institut für Stadt und Raum (DISR) hat der aktuelle Zensus keine grundlegende Änderung der erwarteten Bevölkerungsentwicklung gebracht. Die Zahlen weichen zwar von der langfristigen Prognose ab, doch die Tendenz ändert sich nur minimal zum Besseren.

• Hausarzt Dr. Jörg Merkel aus Alheim fasste die Vorschläge der AG Ärztliche Versorgung zusammen: Sie schlägt den Aufbau von Mehrbehandlungspraxen sowie den Einsatz von „Versorgungsassistentinnen in Hausarztpraxen“ vor. So ließe sich der absehbare Hausarztmangel und die Konzentration auf wenige Standorte überbrücken, sagte Merkel.

• Bei der Seniorenbetreuung heißt das Kernergebnis „Kommunale Senioren-Betreuer“ (KSB). Das seien Personen mit hoher Sozialkompetenz und umfassenden Kenntnissen der gesamten Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten, erklärte Ronald Loot vom Evangelischen Altenzentrum Hospital.

• Bei der Bildung setzen die Experten auf jahrgangsübergreifenden Unterricht sowie Schulverbünde, um die Wege zu den Grundschulen kurz zu halten, sagten Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz und Oliver Wiedemann vom kommunalen Schulamt. Zusammenarbeit sei auch bei Schulsekretariaten und Hausmeisterdiensten nötig, Ganztagsangebote müssten forciert werden.

• In der Innenentwicklung der Gemeinden steht nach der Präsentation durch Nadja Speich, Leiterin des Fachdienstes Bauwesen, eine abgestimmte Flächenentwicklung im Vordergrund. Vor allem bei der Vermarktung und da verstärkt bei Problemimmobilien müsse kooperiert werden. Leerstand und Brachen sowie ein gestaltender Rückbau ermöglichten neue Entwicklungen in vielen Dörfern, die auf die älter werdende Gesellschaft abgestimmt sein müssten.

• Das ist auch eines der Ergebnisse der AG Technische Infrastruktur, die sich im Wesentlichen mit dem Abwasserproblem beschäftigte. Dr. Jürgen Wiese von der Gesellschaft für kommunale Umwelttechnik wies auf den hohen Handlungsbedarf bei zahlreichen Kläranlagen und auf die Verschärfung der Standards durch die EU hin.

Weitere Förderung beantragt

Aktuell beteiligt sich der Kreis mit den Themen „Senioren“ sowie „Ärztliche Versorgung“ beim Bundesministerium an einer weiteren Ausschreibung, sagte Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt zum Vorgehen. Dabei sollen neue Wege im Zusammenspiel der Seniorenversorgung mit der ärztlichen Versorgung erprobt werden.

Für den 30. August ist eine Moro-Abschluss-Veranstaltung geplant. Dort sollen alle Ergebnisse öffentlich vorgestellt und auch die Beiträge des Wettbewerbs „Hier will ich sein – hier werd’ ich alt“ prämiert werden. (red/nm)

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