Der Kinderklub Am Lax in Bad Hersfeld bietet Russischunterricht und Integrationshilfe

Mittlerin zwischen Welten

Bei Polina Sorel (links) und Ljubow Neumann lernen Kinder im Kinderklub Lax nicht nur spielerisch die russische Sprache, sie machen auch Sport und erfahren viel Wissenswertes über das Leben in Bad Hersfeld und die heimische Natur. Hier zeigen die beiden einen Ordner über das Baumprojekt, in dem Blätter bzw. Nadeln der Bäume sowie ihren Namen in drei Sprachen (deutsch, russisch und englisch) festgehalten sind. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Polina Sorel und ihr „Kinderklub Am Lax“ sind eine Art Mittlerin zwischen verschiedenen Welten. Sorel stammt aus der Ukraine, lebt aber seit 15 Jahren in Deutschland. Sie kennt deshalb nicht nur die Sprache, sondern auch den Lebenshintergrund der Menschen, die aus Russland nach Deutschland kommen. Und sie lebt schon lange genug hier, so dass sie auch mit dem Leben und Bräuchen in Deutschland, dem deutschen Schulsystem und den Freizeitangeboten in Bad Hersfeld gut vertraut ist.

Kinder aus Migrationsfamilien haben einen großen Vorteil: Sie haben die Chance, zweisprachig aufzuwachsen. Zweisprachigkeit ist, davon ist Polina Sorel überzeugt, der Schlüssel zur Integration. Von Forderungen, Migrantenfamilien sollten auch zu Hause deutsch sprechen, hält Polina Sorel gar nichts. „Sie übernehmen dann von den Eltern deren Akzent und die Fehler und können am Schluss keine Sprache richtig.“

Zu Hause die Muttersprache

Kinder sollten deshalb zu Hause ihre Muttersprache sprechen und in Kindergarten und Schule deutsch lernen, sagt sie. Mit dieser Überzeugung ist sie nicht allein, sie wird inzwischen auch vom Bundesfamilienministerium vertreten. Weil aber zum sicheren Beherrschen einer Sprache auch Lesen und Schreiben gehört, bietet Polina Sorel in ihrem Kinderklub seit drei Jahren eine Art russische Schule an. Hier lernen Kinder im Alter zwischen etwa fünf und acht Jahren nicht nur das russische Alphabet, sie erfahren auch viel über russische Kultur und Traditionen, singen russische Lieder, malen, basteln, spielen Theater, tanzen und bewegen sich zusammen.

Unterstützt wird Polina Sorel von Ljubow Neumann. Die findet es nicht nur wichtig, dass Kinder wissen, wo sie herkommen, sie möchte auch Alternativen zum Fernsehen bieten. Bewegung in der frischen Luft, Natur erkunden, Bewegungsspiele und Ausflüge gehören zum Programm des Kinderklubs.

Für die Kinder ist die Teilnahme am Kinderklub grundsätzlich kostenlos. Bezahlen müssen die Eltern, die oft wenig Geld haben, nur für Material und spezielle Angebote. „Jeder bezahlt auf seine Weise“, erläutert Sorel. Der eine bringt einen Packen Papier mit, ein anderer bietet eine Aktivität an oder hilft beim Nähen von Kostümen.

Neben dem russischen Sprachunterricht ist es Polina Sorel ein Anliegen, Kindern und Eltern etwas über Bad Hersfeld und die Angebote der Stadt zu vermitteln. Sie erklärt zum Beispiel die Tradition des Lullusfestes, erläutert, wie in deutschen Schulen gelernt wird oder informiert über Sportangebote der Vereine.

Im kommenden Jahr will sie auch eine Elternschule anbieten: Nordic Walking und Gymnastik, zum Beispiel, einen Computerkurs oder Grundkenntnisse der englischen und französischen Sprache, damit die Eltern ihren Kindern in der Schule helfen können.

Wenn Interesse besteht, könnte Sorel auch Russisch für deutsche Kinder anbieten oder Sport- und Freizeitangebote auf deutsch.

Kontakt: Polina Sorel, Telefon: 0152-58906832,; mail@kinderklub-hersfeld.de; www.Kinderklub-hersfeld.de,

Von Christine Zacharias

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