Fotografie und Gemälde: Zwei neue Ausstellungen in der „Galerie im Stift“

Mitten aus dem Leben

Bewegungsunschärfen und Lichtstimmungen verleihen den Farbfotos von Michael Schupmann ihren besonderen Reiz. Seine Motive findet er auf Bahnhöfen, auf der Autobahn und in der Stadt. Fotos:  Schönholtz

Bad Hersfeld. Wenn Michael Schupmann mit seiner Kamera auf Motivsuche geht, dann befindet er sich mitten im Leben: auf Bahnhöfen und Rummelplätzen, in Fußgängerzonen oder auf der Autobahn. „In Bewegung“ steht denn auch als Titel über der Foto-Ausstellung, die am Samstag in der „Galerie im Stift“ im Bad Hersfelder Museum eröffnet.

Vorbeirasende Züge, rotierende Karussells oder die einsame Fahrt des Nachtbusses hat Schupmann aus der Hand mit Belichtungszeiten bis zu einer Viertelsekunde fotografiert und die Bilder dann am Computer mit dem Photoshop-Programm „Lightroom“ nachbearbeitet.

„Alles ganz frisch“

Etwa 30 Aufnahmen zeigt Schupmann bis zum 4. März im Dachgeschoss der Galerie, darunter auch extreme Details, die die ursprüngliche Totale nur erahnen lassen. Entstanden sind die Fotos in jüngster Zeit. „Alles ganz frisch“, sagt der Künstler, der seine Arbeiten zu Preisen zwischen 120 und 150 Euro auch verkauft.

Wernfrid Völker ist zwar im Gegensatz zu Schupmann kein gebürtiger Hersfelder, aber als Frauenarzt stadtbekannt. Seit seiner Jugend malt er, doch erst im Teil-Ruhestand fand er die Zeit für die großformatigen Gemälde, die bis zum 25. Februar im Kapitelsaal ausgestellt sind.

Seine Arbeit umfasst drei Kategorien: Das sind gesellschaftspolitische Themen wie beispielsweise die Todesstrafe in den USA, coloristische Motive wie etwa die verfremdeten Stadtpläne und Bilder, die Völker als „Spaß an der Freud’“ bezeichnet. Dazu zählt der Künstler den leicht verpoppten „King Kong“ mit der erschrockenen Jane oder auch eine Berliner Straßenszene mit Blick auf die Museumsinsel.

Wie Schupmann bezieht auch Wernfrid Völker seine Inspiration mitten aus dem Leben. Nur die Umsetzung ist dann bei ihm eine ganz andere und ein starker Kontrast zur Parallel-Ausstellung. service, zur person

Von Karl Schönholtz

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